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ASM

Arbeitskreis
Südtiroler Mittel-,
Ober- und Berufsschul-
lehrer/innen
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Rechtzeitig vor dem Schulbeginn trafen sich Vertreter von KSL und ASM mit der Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner zu einem Gespräch über den bevorstehenden Schulbeginn und die Neuerungen, welche aufgrund der derzeitigen Lage auf die Südtiroler Lehrerinnen und Lehrer zukommen werden.

Bereits am Beginn des Gespräches drückten alle Anwesenden ihre Hoffnung aus, dass nach dieser langen Pause möglichst viel Zeit mit den Schülerinnen und Schülern in den Schulen verbracht werden soll. 

Sonia Spornberger vom KSL interessierte vor allem die Gruppengröße in Kindergarten und Grundschule. Diesbezüglich argumentiert die Landesschuldirektorin mit dem Hinweis auf den erhobenen Bedarf der Direktionen. Im Kindergarten wird es fixe Gruppen geben und je nach örtlicher Begebenheit können diese auch verkleinert werden. Für das Personal ist dabei eine Maskenpflicht vorgesehen. Dieses fällt in den Grundschulen aus, sobald sich die Schülerinnen an ihrem Platz befinden, auch für die Lehrerinnen. Lediglich beim Ein- und Austritt braucht es eine Maske. Grundsätzlich gilt die Abstandsregeln, was für einen Lehrer, der sich viel in der Klasse bewegt, bedeutet, dass er die Gesundheitsmaske auch im Unterricht tragen muss. Ein Visier ist nicht vorgesehen. 

Auch der Unterrichtsbeginn um 7:30 Uhr in der Grundschule wird beibehalten, wird aber je nach Schule gestaffelt, um den Schülertransport und die gleitenden Eingangszeiten berücksichtigen zu können. Das Schulamt schlägt diesbezüglich längere Einheiten und selbstorgansiertes Lernen vor. Dies wird von Sonia Spornberger grundsätzlich als positiv gesehen, da so flexibler auf die Lernbedürfnisse der Schüler eingegangen werden kann. Es wird im kommenden Schuljahr laut Schulamtsleiterin mehr Wochenpläne geben, was ja auch einem modernen und kompetenzorientierten Unterricht entspricht und die Rolle des Lehrers in Richtung Tutor und Moderator erweitert. 

Christoph Buratti vom ASM spricht an dieser Stelle die kolportierten Kürzungen von Stunden in einzelnen Fächern an. Nach der Vorstellung von Sigrun Falkensteiner werden diese zum Teil im selbstorganisierten Lernen oder aber mit Kopräsenzen aufgefangen. In der Grundschule wird dies wohl kaum Auswirkungen auf die Stundenpläne der Lehrerinnen und Lehrer machen, in der Mittelschule werden einzelne Fächer im kommenden Schuljahr aber wohl auch mehr Klassen führen müssen, weil hier der Bedarf wegen der Klassengröße höher ist. Ein Teil der Arbeit ist hier zudem als Aufsicht und Unterrichtsbetreuung für selbstorganisiertes Lernen zu leisten. Geplant ist jedenfalls für Grund- und Mittelschule, dass es am Vormittag Regelunterricht wie bisher geben wird und dass am Nachmittag Zusatzangebote in unterschiedlicher Form für Kleingruppen nach Bedarf angeboten werden. Hier sollen Lehrer ebenfalls Stunden nach Arbeitszeitbedarf anbieten können. Auf Rückfrage von Michael Patreider (ASM) präzisiert die Landesschuldirektorin, dass jede Aufsichtstätigkeit als solche gezählt wird. Jede Art von didaktischer Tätigkeit, auch in der Rolle als Tutor und Moderator beim selbstorganisierten Lernen, ist hingegen als Unterricht zu werten. 

Aufgrund der Erfahrungen vom Frühjahr empfiehlt Sigrun Falkensteiner den Schulen, sich bezüglich Fernunterricht Gedanken zu machen und diesen in den Lehrerkollegien zu diskutieren und zu organisieren. Das Schulamt empfiehlt dabei, sich an eine einzige Online-Plattform für die ganze Schule zu halten.

Auf die Frage des ASM-Vorsitzenden Christoph Buratti bezüglich zusätzlicher Lehrer in der MS und OS erklärt die Landesschuldirektorin, dass der Stellenbedarf erhoben wurde. Dabei werden zusätzliche Lehrer vor allem für den Nachmittagsunterricht eingesetzt werden und die Zusatzangebote möglichst fakultativ angeboten werden. Auch die Regelungen zur Unterrichtsorganisation sollen im kommenden Schuljahr nur so lange gelten wie nötig. 

Das Aufzeichnen des Unterrichtsgeschehens in der Klasse zum Mitverfolgen des Unterrichts für Schülerinnen, die nicht an der Schule sein können, ist auch aus Gründen der Privacy für das Schulamt kein Thema.  

Zum Abschluss des diesjährigen Sommertreffens stellen die Vorsitzenden von KSL, Sonia Spornberger, und ASM, Christoph Buratti, fest, dass sie sich einen stärkeren Einbezug der Lehrerverbände im Rahmen einer gemeinsamen Planung des Unterrichtsgeschehens ab Herbst 2020 gewünscht hätten. Sigrun Falkensteiner bedankte sich herzlich für die vielen Stunden, die Kindergärtnerinnen und Lehrer/innen im Rahmen der freiwilligen und unentgeltlichen Betreuungstätigkeit den Sommer über geleistet haben.

Am Ende des gemeinsamen Gesprächs weisen ASM und KSL noch auf die Pädagogische Großtagung hin. In diesem Jahr werden die Videos der Grußbotschaften und des Hauptreferats am Mittwoch, den 02.09. ganztägig über die Plattform Copernicus zugänglich sein. Der Zugangscode wird an alle Lehrkräfte verschickt, sodass sich alle Interessierten in ca. 1,5 Stunden über „Motivation durch positiven Psychologie" informieren können.