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ASM
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Südtiroler Mittel-,
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20.05.2017

Fotobericht: Tagesfahrt ins Po-Delta

Das Podelta bietet außergewöhnliche Naturschönheiten sowie eine faszinierende Geschichte und Geologie. Die sieben Flussarme öffnen sich fächerartig und bilden das aktive Delta, das reich an unterschiedlichen Gebieten ist, die alle ihre eigene Flora und Fauna beherbergen und sich je nach Jahresteiz ständig wandeln. Auf der geführten zweistündigen Bootstour fuhren wir entlang des Hauptarmes, dem Po di Venezia, der am Ende der Po di Pila wird und weiter durch die drei Flussmündungen, die bis um Meer führen.

Während der Fahrt konnten wir zahlreiche Enten- und Reiherpopulation betrachten sowie ein Landschaftsgebiet, das sich im ständigen Wandel befindet und immer weiter ins Meer hinaus wächst.

 

Fotos von Dr. Christoph Buratti

Natur, Kultur, Geschichte und lebendige Tradition - IRAN

„Was, du wagst es, in den Iran zu reisen?“ „Ist es im Iran nicht gefährlich?“ So oder ähnlich waren die Reaktionen aus meinem Umfeld, als ich von meinem Reisevorhaben erzählte, ähnlich erging es vielen der Mitreisenden. Meine Antwort darauf war: „Im Iran bist du sicher wie in einem Banktresor“. Und dem war auch so. Während der ganzen Reise gab es keinen Moment irgendwelcher krimineller oder gar politischer Gefahr.

Wohl aber Bürokratismus – oder war es Willkür? Ein Uhr nachts, Ankunft am Flughafen von Teheran, der Mega-City am Fuße des Elburz-Gebirges - das Haar unserer Frauen war bereits mit einem Kopftuch bedeckt - da kam das Ungemach. Erst nach 3-stündigen zähen Verhandlungen und Überwindung mehrerer bürokratischer Hürden durften wir endlich den Flughafen verlassen und unser Hotel aufsuchen, denn schon früh begann die Stadtbesichtigung, wenn auch mit reduzierter Mann/Frauschaft, da es einige vorzogen, etwas länger zu schlafen und erst wieder zu Mittag zum Sightseeing zu stoßen.

Pracht- und prunkvoll der Golestan-Palast mit seinen reich ausgestatteten Sälen - Wände und Decken verkleidet mit Spiegelmosaiken. Der Palast geht auf das 16. Jh. zurück und war Residenz und Amtssitz des Shah. Im Nationalmuseum von Iran bekamen wir dann Einblick in die Vor- und Frühgeschichte des Irans. Andere Exponate versetzten uns in die verschiedenen iranischen Epochen bis hin zur Islamischen Zeit. Ein besonderes Prunkstück ist natürlich das Juwelenmuseum. Doch vor dem Eingang des Museums - die Überraschung: spontane Begegnung mit der Parallelgruppe der Iranreisenden des ASM  … ein freudiges Hallo, kisses – shakehands – shorttalks - und schon war die Gruppe wieder weg – sie hatte es eilig. Das Museum selbst war bespickt mit wertvollen Herrscherinsignien, besonders aus der Pahlavi-Dynastie: die 2,8 kg schwere Krone, das Diadem aus Platin mit 324 Diamanten und Brillanten, ein Globus aus Feingold und Juwelen, natürlich der legendäre Pfauenthron und vieles mehr.

Mit dem Flugzeug ging es weiter Richtung Süden nach Shiraz. Dort stand die Besichtigung der Nasir-ol-Molk-Moschee an sowie des Koran-Tors und des Khajue-Kermani-Grabmals. Am Mausoleum des iranischen Dichterfürsten Hafez las unser örtlicher Reiseleiter einige dessen Gedichte vor, auch in Farsi, wodurch eine besondere Atmosphäre entstand.

Ein besonderer Höhepunkt war natürlich die Besichtigung von Persepolis, der früheren Hauptstadt des Achämenidenreiches (550 v.Chr. – 330 v.Chr.), einem der bedeutendsten Zeugnisse der antiken Kultur im Nahen und Mittleren Osten. Man wandelt zwischen all den Ruinen und Überresten von Toren, Palästen, Verwaltungsgebäuden, Kasernen, Lagerräumen und Wohnquartieren auf den Spuren von Dareius, Xerxes und Artaxerxes. Beeindruckend auch die in der Nähe gelegenen Felsengräber von Naqsh-e Rostam.

Weiterfahrt nach Yazd, dem ehemaligen Zentrum des zoroastrischen Glaubens mit Besuch der Freitagsmoschee, des Feuertempels und der am Rand der Stadt gelegenen „Türme des Schweigens“, einem Ort, an dem die Zoroastrier ihre Toten für die Bestattungszeremonie vorbereiteten.

Der nächste Höhepunkt: Isfahan, ehemalige Hauptstadt der Safawiden, von der ein persisches Sprichwort sagt: Isfahan ist die Hälfte der Welt. Sie besitzt den mit 500 m Länge und 150 m Breite zweitgrößten Platz der Welt (nach dem „Platz des Himmlischen Friedens“, Peking) – den Meydan-e Imam-Platz, mit all seinen besonderen architektonischen Baudenkmälern wie Moscheen und Palästen und dem großen Bazar.

Auf der Weiterfahrt nach Kashan ein Abstecher ins Oasen- und Museumsdorf Abyaneh, dessen Häuser, errichtet aus roten Lehmziegeln, sich stufenförmig den steilen Berghang hinauf erstrecken.

Nach dem Besuch des Borujerdi-Hauses, des Wohnpalastes einer qadjarischen Kaufmannsfamilie aus dem 19. Jh. und des Fin-Gartens in Kashan, stand der krönende Abschluss unserer Reise bevor: die Besichtigung des Grabmals der Fatimeh Masumeh in Qom, dem Ausgangspunkt der Revolution des Ajatollah Chomeini. Die große Anlage mit Grabmal, Moschee und andern Gebäuden, mit all den Minaretten und der goldenen Kuppel ist nicht leicht an Pracht und Herrlichkeit zu überbieten. Nachdem die weiblichen Mitreisenden sich mit einem Tschador „geschmückt“ hatten, konnten wir die Innenhöfe der Anlage besichtigen und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus – einfach überwältigend.

Aber was wäre denn eine Reise ohne Missgeschick: Etwa 30 km vor dem Teheraner Flughafen stiegen hinten an der Außenseite des Busses dunkle Rauchwolken auf, ein fürchterliches Geknatter – Motorschaden! Ein rasch herbeigerufener Ersatzbus brachte uns aber sicher und rechtzeitig zum Terminal.

Bleibt noch zu bemerken: Überall, wo wir hinkamen, auf Straßen und Plätzen, begegneten uns Menschen, die uns stets herzlich willkommen hießen, sie waren offen, heiter und fröhlich, besonders die Jugendlichen. Fast immer wurden wir gebeten, von und mit ihnen Fotos zu machen und gar manchmal wurden wir eingeladen, an ihrem Picknick teilzunehmen, was von außergewöhnliche Gastfreundschaft der Menschen zeugt.

Adolf Werth

Eindrücke aus Mexiko

Die Weihnachtsreise nach Mexiko liegt nun schon ein paar Monate hinter uns, aber eine so interessante und schöne Reise, ein so faszinierendes Land wie Mexiko vergisst man nicht so schnell; viele schöne Eindrücke sind noch sehr lebendig.

Unsere erste Tappe war Mexiko City, eine schier unendliche und sehr beeindruckende Stadt. Das historische Zentrum bietet viele Sehenswürdigkeiten: Hauptpost, Palast der Schönen Künste, Kathedrale, Nationalpalast mit den Murales von Diego Rivera, um nur ein paar zu nennen. Sehenswürdig im wahrsten Sinn des Wortes waren auch die schönen Kaffees und Restaurants, das Kachelhaus und die Konditorei mit den gigantischen Torten! Beeindruckend war aber auch die Präsenz von vielen Polizisten, die besonders in den Morgenstunden auffielen, bevor die Stadt so richtig zum Leben erwachte und in den Straßen ein dichtes Gedränge herrschte.

Unsere nächste Tappe war Puebla, eine schöne Kolonialstadt mit einem architektonisch sehr interessanten Zentrum.

Sehr beeindruckend war für mich die Fahrt vom Hochland hinunter in die tropischen Gebiete der Golfküste: zuerst fuhren wir durch eine gebirgige, karge und eher trockene Landschaft, dann waren wir ein paar Minuten im dichten Nebel, danach dichtes, üppiges Grün, eine herrliche Vegetation!

Der zweite Teil der Reise war stärker geprägt von der Kultur der „Ureinwohner“ des Landes, von den Pyramiden, den Palastanlagen, Tempeln und eben auch von einer herrlichen, üppigen Landschaft, von Kakaoanbaugebieten, Urwäldern und Savannen, aber auch herrlichen Stränden.

 

Während ich schreibe, wird mir klar: wir haben so viel und so viel Schönes gesehen, über alles zu berichten würde den Rahmen sprengen, deshalb hier nur noch ein paar Highlights abseits der offiziellen Sehenswürdigkeiten:

  • Für mich beeindruckend war der Maya-Friedhof, ein recht farbenfroher Ort mit recht aufwändig gestalteten Gräbern.
  • Echtes Leben findet man immer auf den Märkten, mitten im Gewirr von Verkaufsständen, Käufern und Verkäufern; Feilschen ist in dieser Situation ein Muss! Wer will nicht mit einer tollen Hängematte, einer typischen Maske, einem Maya-Kalender nach Hause zurückkommen?
  • Der Verkehr in den kleinen Zentren ist ein Gewirr von Fahrrädern, Motorrädern, zu Taxis umgebaute Motorräder, ein geschäftiges Treiben allenthalben!
  • Die Mexikaner haben sich uns gegenüber als nettes, fröhliches, ruhiges Volk gezeigt, entgegenkommend und herzlich.

 

Auch wenn die An- und Rückreise etwas beschwerlich waren, die Reise war insgesamt eine sehr positive Erfahrung!

Wir hatten das Glück, einen sehr erfahrenen und kompetenten Reiseleiter zu haben: Antonio verfügt über ein sehr profundes Wissen über die Geschichte und Kultur Mexikos, sein Wissen reicht aber weit darüber hinaus und es war immer eine Freude, ihm zuzuhören. Er hat uns auch viel über die politische und wirtschaftliche Realität Mexikos erzählt und hat sich kein Blatt vor den Mund genommen, wenn es darum ging, auf Missstände hinzuweisen. Er war aber auch immer um unser leibliches Wohl besorgt, hat uns in gute Restaurants geführt und uns immer Tipps gegeben, was wir wählen könnten. Und um die langen Busfahrten angenehmer zu machen, gab es Süßigkeiten und mexikanische Medizin: einen Schluck Tequila!

Wir waren in guten Hotels untergebraucht, in so manchem wären wir gerne auch länger geblieben! Da hätten wir uns dann von den Anstrengungen der Reise erholen können!

Wie gesagt, die Reise war gut organisiert und war eine tolle Bereicherung für alle!

Mathilde Aspmair

Allerheiligen auf Sizilien - Reizvolles Palermo und Tal der Tempel in Agrigent

Sizilien an Allerheiligen: Die jüngste Lehrfahrt des ASM führte eine Gruppe von 25 Lehrerinnen und Lehrern nach Palermo, Monreale und Agrigent. Die Tage auf der Insel standen im Zeichen reicher Kultur, ansteckender Lebensfreude und südlichen Lichts.

Sizilien war durch die Jahrhunderte ein Schmelztiegel der Kulturen: Griechen und Araber, Normannen und Spanier wechselten sich ab – was zu einem reichen Erbe führen sollte. In nahezu allen historischen Gebäuden und im alltäglichen Leben haben sich typische Elemente dieser bunten Vielfalt erhalten.

Die Griechen hinterließen großartige Bauwerke, nicht zuletzt in Agrigent. Das Tal der Tempel zählt zum Welterbe der Kultur: Dorische Säulen und stolze Ruinen, Concordia-, Juno- und Zeustempel, Überreste vergangener Größe, Macht und Blüte - die Reisegruppe des ASM um Marialuise Muther erlebte hier einen anregenden Tag. Kulinarisch fand er in einer Käserei bei Sambuca mit sizilianischen Köstlichkeiten und Spezialitäten einen geselligen Abschluss.

An den Tagen zuvor hatte man in Palermo, Monreale und Bagheria ein dichtes Besichtigungsprogramm absolviert.

In Palermo besuchte die Gruppe die idyllisch in einen Garten gebettete Kirche San Giovanni degli Eremiti, den quirligen Markt in nächster Nähe des Opernhauses Teatro Massimo und die Kirche La Martorana mit ihrem byzantinischen Freskenschmuck. Etappen waren zudem das Rathaus und mehrere Paläste aus ruhmreicher Zeit.

Zu den Höhepunkten der Fahrt zählte der Normannenpalast, gleichzeitig Sitz des Sizilianischen Parlaments. Hier, an der höchsten Kuppe der Stadt, ließ der legendäre Normannenkönig Roger II. um 1140 die majestätische Cappella Palatina erbauen, eine stolze Schlosskapelle im arabisch-normannischen Stil von kaum fassbarer Pracht an Fresken, Säulen und Bögen.

Gold ist auch das bestimmende Element im Dom von Monreale. Das Städtchen liegt an einem Berghang bei Palermo. Kirche und Kreuzgang sind ein Muss jeder kunsthistorischen Sizilienreise – so auch für den ASM. Die Gruppe aus Südtirol erlebte das Ensemble und den weiten Blick auf die berühmte Conca d'Oro im milden Abendlicht der Insel.

Ein Abstecher führte in den Badeort Bagheria, wo sich früher wohlhabende Familien luxuriöse Villen leisteten. Bewohnt wurden sie in der Regel im Frühjahr und im Herbst. Eine davon fand gar Eingang in die Weltliteratur: Johann Wolfgang von Goethe beschreibt die so genannte Villa dei Mostri in seiner Italienischen Reise.

Das heute verstaubte Anwesen hält merkwürdige Figuren, verzerrende Spiegel und schrullige Geschichten parat. Der Erbauer und seine Gäste sollen sich hier in sizilianischer Ferienlaune köstlich amüsiert haben.

MaPe

Eine Herbstreise nach Breslau, Kulturhauptstadt Europas 2016

Als ich erfuhr, dass heuer Breslau, meine Geburtsstadt, als Kulturhauptstadt ausgewählt worden war, dachte ich mir, dass eine Reise dorthin auch führ Südtiroler Kolleginnen und Kollegen interessant sein könnte. Die zahlreichen Anmeldungen bestätigen das.

Nach einer ersten Übernachtung in Plauen (Sachsen), bekannt durch die Plauener Spitzen, erreichten wir Breslau, Hauptstadt Schlesiens. Das Herzstück der Altstadt ist der Ryneck, ein großer Platz, der an diesem warmen Sonntagabend, als wir ankamen, vor Leben nur so überquoll. Hier tummelten sich Feuerschlucker, Schlangenbeschwörer, Akrobaten, Musiker, Tänzer, Touristen u.s.w. Dieser Platz ist besonders eindrucksvoll und weitläufig, da er sich rund um das gotische Rathaus erstreckt und schon im Mittelalter im Zentrum bedeutender Handelswege angelegt wurde. Nachdem die Stadt im Zweiten Weltkrieg von der einmarschierenden russischen und polnischen Armee zu 70% zerstört wurde, und alle deutschen Bewohner vertrieben wurden, präsentiert sie sich heute wieder in neuem Glanz. Die historische Altstadt ist vollständig wieder aufgebaut.

Am nächsten Tag erklärte uns die polnische Reiseleiterin in tadellosem Deutsch den Breslauer Dom, der außen gotisch und innen teilweise barockisiert ist, die Universität mit den berühmten Gemälden in der Aula, der Leopoldina und viele andere Sehenswürdigkeiten. Wir konnten auch eine Schifffahrt auf der Oder unternehmen, die mit vielen kleinen Armen die Stadt durchfließt und überraschende Ausblicke auf die historischen Bauwerke bietet.

An den Abenden konnte sich jeder je nach Geschmack Musikveranstaltungen aussuchen und dabei auch das supermoderne – 2015 eröffnete – „Nationale Musikforum“ kennenlernen.

Am 5. Tag ging es weiter bei herrlich klarem Wetter, das uns wunderschöne Blicke auf das Riesen-gebirge erlaubte, zur Friedenskirche in Schweidnitz, ganz im Fachwerkstil gehalten, dem Schloss Fürstenstein und der Kirche Wang. Diese Kirche war im 13. Jh. aus Kiefernbohlen errichtet worden und als sie 1840 wegen Verfalls abgerissen werden sollte, setzte sich der Maler C.D. Friedrich beim preußischen König dafür ein, sie im Riesengebirge wieder zu errichten.

Ein besonderes Naturschauspiel erlebten wir am nächsten Tag in der tschechischen Felsenstadt Adersbach, wo wir durch unzählige bis zu 70 Meter hohe Felstürme teils gingen, teils in einem kleinen Boot über einen See fuhren.

Unser letztes Ziel war Krumau in Tschechien. Unsere junge Führerin beschrieb leicht ironisch die Atmosphäre dieses perfekt herausgeputzten Städtchens an der Moldau als einer Puppenstube gleich. Einen majestätischen Eindruck hingegen machte der großangelegte Burg- und Schlosskomplex der Schwarzenberger, der auf einem steilen Felsen oberhalb des Ortes thront.

Die Erlebnisse zeigten den Teilnehmern: Schlesien ist eine Reise wert.

K. Wagner

Radfahren zwischen Weser und Elbe - von der Nordsee zum Teufelsmoor

Die Idee zur diesjährigen Radreise, die der ASM immer in der letzten Juliwoche anbietet, kam eigentlich schon im Winter, als einige von uns den Roman „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick zufällig in die Hände bekamen und aufgrund der psychologisch einfühlsamen Geschichte rund um den Jugendstilmaler Heinrich Vogeler neugierig wurden auf dieses zwischen Weser und Elbe gelegene Landschaftsdreieck. Das zum größten Teil von Torfmooren bedeckte Gebiet nördlich der Hansestadt Bremen wurde erst seit dem 17. Jahrhundert besiedelt, da es für die Landwirtschaft ungeeignet war und erst unter großen Opfern entwässert werden musste. Einigen Kunststudenten des späten 19. Jahrhunderts, die der plenair – Malerei der Impressionisten viel mehr Sympathie entgegen brachten als dem Historismus ihrer Lehrer an der Düsseldorfer Akademie, erschien die karge Landschaft, das irisierende Licht im „Teufelsmoor“ und die archaische Lebensweise der Menschen, die sich durch das Torfstechen ein Auskommen sicherten, ideal für die Gründung einer so genannten Künstlerkolonie. Dem Impressionisten Fritz Mackensen sollten bald der Jugendstilmaler Henrich Vogeler folgen, Otto Modersohn und seine Frau Paula Modersohn Becker samt Freundin Clara Westhoff kamen später dazu und hinterließen ihre beeindruckenden Werke im Stil des Expressionismus, die wir als Höhe- und Endpunkt unserer Reise in Worpswede bestaunen konnten.

Dazwischen aber lagen zunächst das per Rad erkundete Werderland, wo sich unter dem Flutniveau der beiden Flüsse Weser und Lesum eine Marschlandschaft mit geschützten Feuchtwiesen ausbreitet, die ohne ein ausgeklügeltes Deichsystem täglich überflutet würde. Wir erkunden mit exzellenter Führung Hafen und historisches Zentrum Bremens, staunen über dessen Wahrzeichen, eine überdimensionale Sandsteinskulptur aus dem 15. Jahrhundert, welche den treuen Roland, einen Paladin Karls des Großen verkörpert, und lauschen den Geschichten und Anekdoten rund um dieses Denkmal. Neben den Stadtmusikanten samt Bremer Loch und dem Schnoorviertel, wo es noch urige Lokale und Kunsthandwerk zu bestaunen gibt, ist vor allem der Roland für die Bremer ein Garant für eine gedeihliche Zukunft der Stadt trotz erheblicher sozialer Probleme, vor allem jenes der Jugendarbeitslosigkeit, unter der Bremen seit der Schließung einiger Werften leidet. Welche Schicksale sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert an diesem größten deutschen Nordseehafen abgespielt haben, lässt das Auswanderermuseum in Bremerhaven hautnah erleben. Von hier aus wagten 7,2 Millionen Menschen den Schritt in ein neues Leben. Viele von ihnen haben ihr Ziel allerdings nie erreicht. Anschaulicher Geschichtsunterricht, der die aktuelle Einwanderungs- und Flüchtlingssituation in einem neuen Licht erscheinen lässt. Besonderen Reiz strahlen für uns Radler/innen aus dem Süden die Dünenlandschaften und korbbestückten Strandbäder entlang der Nordseeküste bis Cuxhaven aus. Ein Sprung in die Nordsee verbietet sich wegen des niederen Wasserstandes, aber auch wegen des einsetzenden Regens. Dafür locken abends Festbuden und Fischlokale zu kulinarischen Abstechern. Um unsere nächsten Ziele zu erreichen, müssen wir die Nordsee hinter uns lassen und Richtung Süden ins Landesinnere fahren. Etwas verschlafen wirkt die Ortschaft Bad Bederkesa, ein architektonisches Juwel aus der Hochblüte der Hanse ist hingegen Stade, wo sich prächtige Patrizierhäuser und historische Straßenzüge im Original erhalten haben. Letzte Gelegenheit Land und Leute kennenzulernen, haben wir bei unserer Fahrt durch das größte zusammenhängende Apfelanbaugebiet Deutschlands. Im so genannten Alten Land stehen 18. Mio. Obstbäume in Reih und Glied nebeneinander. Hier wird eine ziemlich industrielle Obstproduktion betrieben. Zusätzliche Einnahmequellen sichern lehrreiche Touristenführungen durch die Plantage, zu denen hausgemachter Kuchen serviert wird. Wieder einmal haben Südtiroler Lehrer/innen Natur- und Kultur eines bislang unbekannten Landstrichs in Deutschland erkundet, wobei der Genussfaktor nicht zu kurz gekommen ist.

Barbara Fuchs      

Oman - Februar 2016

Das Sultanat Oman, an der Südostspitze der Arabischen Halbinsel gelegen - ein bezauberndes Land - wird noch immer gerne als das bestgehütete Geheimnis im Indischen Ozean bezeichnet. Gelb-rote Sanddünen, breite Strände, tief eingeschnittene Wadis, Souks voll aufregender Farben und Düfte, historische Plätze, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt– all das konnten wir uns auf der Reise durch den Norden des Landes erleben.

Am frühen Sonntagmorgen empfängt uns in Muscat, der Hauptstadt des Landes, unser Reiseleiter Stefan, ein gebürtiger Norddeutscher, der nicht nur wegen seiner Körpergröße auffällt, sondern auch wegen seiner Mehrsprachigkeit, seines umfassenden Wissens über Land und Leute, Kunst, Kultur, Geschichte, Brauchtum, Lebensweisen und Religionen. Mit seiner ruhigen, freundlichen und humorvollen Art begleitete er uns all die Tage, stand uns immer hilfreich zur Seite und vermittelte uns sein Wissen stets in wohldosierten Mengen – ein Gewinn für die Gruppe.

Nach dem Frühstück auf der Terrasse eines Restaurants unter dem strahlend-blauen Himmel begann die Besichtigungstour gleich mit einem Höhepunkt: dem Royal Opera House,  2011 eröffnet - ein Projekt des bereits seit Jahrzehnten herrschenden Sultans Qaboos bin Said und der erste Bau dieser Art auf der Arabischen Halbinsel. Der Komplex ist von einem großzügigen, blühenden Landschaftsgarten umgeben, die Kalksteinfassade glänzt blendend weiß in der Sonne und die verschiedenen Innenräume sind verschwenderisch mit kostbaren Marmorböden und einer wertvollen Täfelung aus Tiekholz ausgestattet. Der Theaterraum selbst ist in gediegenem Rot und Gold gehalten, verfügt über mehr als tausend Sitzplätze und ist mit einer überdimensionalen Bühne ausgestattet.

Das darauf folgende Eintauchen in das geschäftige Treiben, in die Farben und Weihrauchdüfte des traditionellen Souqs war geradezu ein Kontrastprogramm: Muscat – zwischen Tradition und Moderne.

Nun stand die Besichtigung der Großen Sultan-Qaboos-Moschee an: Der atemberaubende Bau wurde 2001 eröffnet. Seine elegant gearbeiteten Bögen führen auf den Hof, von dem aus man in die große Hauptgebetshalle gelangt, die vollständig in Weiß, Blau und Gold gehalten ist. Von der Kuppel hängt ein prächtiger, tonnenschwerer Kronleuchter aus Swarovski-Kristallen herab und der Boden ist mit einem handgeknüpften Perserteppich bedeckt, von 600 Webern gefertigt und 4 263 Quadratmeter groß.

Entlang der Küstenautobahn ging es weiter Richtung Süden nach Sur. Unterwegs machten wir einen Stopp in Bimah, wo wir in einen Einbruchkrater mit türkisblauem Wasser stiegen. Anschließend unternahmen wir einen Spaziergang ins idyllische Flusstal Wadi Shab, bevor wir die Stadt Sur erreichten.

Der Besuch des Wadi Bani Khaleed am nächsten Tag hat sich besonders gelohnt, gilt es doch als eine der schönsten Oasen in Oman: von Palmen gesäumte blaue Pools mit grünen Palmengärten, tiefe Canyons und natürliche Wasserbecken.

Ein Erlebnis und Abenteuer besonderer Art war die Fahrt mit 8 Jeeps in die Wahiba-Sands-Wüste, wo wir im Safari-Desert-Camp zu Abend aßen und die Nacht in Barasti Hütten, bestehend aus miteinander verflochtenen Palmblättern, verbrachten. Beeindruckend war der Sonnenuntergang, den wir von hohen Dünen aus bestaunen konnten, später dann den Sternenhimmel, fernab und ungestört von den Lichtern der Städte. Wer nicht genug kriegen konnten, erklomm im allzu frühen Morgennebel die Dünen der gegenüberliegenden Seite, um auf den Sonnenaufgang zu warten.

Von der Wüste in die Berge. Nach  dem Besuch des Traditionsmuseums in einem Lehmbau in der Altstadt von Al Hambra brachten uns die Jeeps auf das Jebel-Shams-Plateau auf über 2000 Meter Meereshöhe, von wo aus wir auf einem engen und teilweise steilen Pfad in den Grand Canyon von Oman einstiegen: ein atemberaubender Blick in die tiefen Schluchten mit  Licht- und Schattenspiel und über die Gipfel der Bergwelt im frühabendlichen Sonnenschein. 

Auf der Fahrt nach Nizwa stand der Besuch des Jabrin Palastes an, der für seine besonders prachtvolle Innenausstattung und Deckenmalerei bekannt ist. In Bahla besichtigten wir das größte und älteste Lehmfort Omans und bei Tanuf die Ruinen eines ehemaligen Lehmdorfes, das im Krieg Mitte der 1950ger Jahre zerstört wurde.

Am frühen Morgen erlebten wir im Zentrum von Nizwa den Tiermarkt, wo wir die lautstarke Versteigerung von Schafen und Ziegen verfolgen konnten, anschließend bummelten wir durch den Nizwa Souq, der vor allem wegen seiner Silber- und Töpferwaren bekannt ist. Nach dem Besuch von Fort und Oase Birkat Al Mowz am Fuße des Jebel Akhdar mit dem ältesten Bewässerungssystems Omans erfolgte die Rückfahrt nach Muscat. Der abendliche Besuch des Kulturfestivals von Muscat bot uns ein Panoptikum an kulinarischen Gerichten, handwerklichen Produkten, Musik, Tanz, an Feuerwerk, grellen Lichtern, Rummelplatz und geschäftigem Treiben.

Am letzten Tag ging die Fahrt nach Barka zum Fisch- und Gemüsemarkt, anschließend zum Nakhal Fort und zu den warmen Quellen von Ain Thowarrah.

Den Rest des Nachmittags verbrachten wir entspannt am herrlichen Strand des Al-Sawadi-Beach-Resort am Indischen Ozean, wo wir auch das letzte Mal in Oman zu Abend aßen. Anschließend Fahrt zum Flughafen, Check-in für den Rückflug um 2:10Uhr, Ankunft in München um 6:00Uhr und Rückfahrt nach Südtirol.

So haben wir ein Land erlebt, das schon immer ein Land der Reisenden und des Handels war. Viel hat Oman zu bieten, es ist ein gastfreundliches Land zwischen Afrika und Asien, das sich viele, für uns nicht immer nachvollziehbare, Traditionen bewahrt hat und sich dennoch offen und tolerant zeigt.

Adolf Werth

Sri Lanka - Weihnachtsferien 2015/16

Sri Lanka, ein Land im tropischen Indischen Ozean mit großer landschaftlicher Vielfalt einerseits: Strände, bewaldetes Bergland, Reisterrassen, Tee- und Gewürzgärten. Auf der anderen Seite: Zeugnisse einer jahrtausendalten Hochkultur, deren religiöser Ursprung bis heute den Alltag der Menschen bestimmt. Dies alles konnten wir auf unserer Reise kennen lernen und – Wellness mit Ayurveda.

Am frühen Morgen Ankunft in Colombo, der Hafenstadt im Südwesten der Insel. Weiterfahrt in nördlicher Richtung nach Negombo am Indischen Ozean. Das Fischerstädtchen beeindruckt durch die Vielfalt des Angebots seines Fischmarktes. Auf großer Fläche tummeln sich Händler und Käufer, während die Fischer am Strand ihren letzten Fang aus den Netzen holen. Angelockt vom Geruch in der Luft, fliegen Raben und Krähen die zum Trocknen auf dem Boden ausgebreiteten Fische an. Die warm-feuchte Luft der Tropen streichelt die von kalt-trockener Winterluft geplagte Haut.

Anuradhapura, im 4. Jh. bereits Hauptstadt der Insel, bildet mit Dambulla und Polonnaruwa, der späteren Hauptstadt, das kulturelle „Goldene Dreieck“. Heftiger Monsunregen begleitet uns bei der Besichtigung der Ruinen, die erahnen lassen, mit welch künstlerischem und handwerklichem Geschick die Menschen vor vielen Jahrhunderten prächtige Anlagen errichteten. Zwischen Statuen, steinernen Buddhas, Tempeln und Palästen die Mondsteine – Bildteppiche aus Stein in Halbmondform. Sie zeigen eine tiefe philosophische Bedeutung über die Reise durch das Leben und die Wiedergeburt.

Die königliche Felsenfestung in Sigiriya aus dem 5.Jh. – ein Erlebnis der besonderen Art. Nicht nur die am Fuße des in seiner Form dem Uluru  ähnelnden Felsen angelegten Gärten Bäder und andere Lusträume, die nur mehr in ihren Grundrissen zu sehen sind, beeindrucken, vor allem das Besteigen des 200 Meter steil aufragenden Felsens ist unvergleichlich. Besuchermassen steigen die 2000 Stufen empor, dicht an dicht Schlange bildend, die sich scheinbar endlos auf engem Pfad den Berg emporschlängelt. Mag der Weg auch mühsam erscheinen, am Ende wird man mit einem grandiosen Ausblick über die Landschaft und den Ruinen einer in großen Dimensionen angelegten Felsenfestung voller Geschichte und Geschichten belohnt. Spontan wird man an Machu Picchu erinnert.

Auf dem Weg nach Kandy erleben wir ein weiteres Kulturerbe – Dambulla mit seinen fünf geheimnisvollen Höhlen mit Decken- und Wandmalereien belebt, dazu Skulpturen und Statuen, die Buddha, dessen Lehren und der buddhistischen Gemeinschaft gewidmet sind.

 Profaner gestaltet sich dann der Abend: Silvestermenü, Vorführungen, Tanz und Feuerwerk an der Hotelanlage stimmen uns auf das neue Jahr ein.

Kandy, die Stadt im tropischen Grün zwischen Banyanbäumen, Königspalmen und Orchideen. Im heiligen Zahntempel hüten Mönche einen Eckzahn Buddhas, den heiligen Gral der srilankischen Buddhisten. Gegen Abend strömen Tausende Gläubige und Besucher in den von unzähligen Lichtern beleuchteten Tempel, es wird eng, ab und zu scheint weder Vorankommen noch Umkehr möglich, wir werden weitergedrängt vom Andrang der nachrückenden Besucher. Trotz Trommelwirbel und Stimmengewirr in Andacht versunkene Gläubige in den goldglänzenden Räumen kennzeichnen die Atmosphäre.

Der botanische Garten von Peradenyia, auf einer Halbinsel angelegt, hat seinen Ursprung

im 14. Jh. als königlicher Lustgarten, bevor er von  den Briten, den einstigen Kolonialherren, sein heutiges Aussehen erhielt.

Immer wieder bringen uns exotische Pflanzen aller Art, Blüten und Früchte, riesige Bäume mit  teilweise skurrilem Wurzelgeflecht oder mit weit ausladendem, schlangenähnlich geformtem Geäst zum Staunen. In diesem Garten wurden auch 1824 die ersten Teepflanzen – aus China – in die Erde gesetzt. Mittlerweile hat sich Sri Lanka längst zu einem der wichtigsten Teeproduzenten der Welt entwickelt, wie wir beim Besuch von Teeplantagen und einer Teefabrik erfahren konnten.

Klimakontrast auf einer Meereshöhe von etwa 2000 m bietet der Horton-Plains- Nationalpark mit einer völlig anderen Flora und Fauna. Die Landschaft ist geprägt von dichten Wäldern, Graslandschaften (unseren Almen nicht unähnlich), Seen, Wasserfällen und senkrecht abfallenden Klippen.

Am frühen Morgen des vorletzten Tages führt uns eine Jeep-Safari in den Undawalawe-Nationalpark. Grasland und Dornstrauchsavannen bilden den größten Teil der Landschaft, in die auch ein großer Stausee eingebettet ist. Begegnungen mit Elefanten, Wasserbüffeln, Krokodilen, Echsen und vor allem mit zahlreichen exotisch bunten Vögeln - ein intensives Naturerleben.

Die Stadtrundfahrt durch Colombo, einer Millionenmetropole mit alten Kolonialbauten und einigen modernen Hochhäusern, setzt den Schlusspunkt unserer Reise.

Wir konnten uns überzeugen: Sri Lanka trägt mit Recht den Titel „Perle im Indischen Ozean“. Frei übersetzt bedeutet der Name „strahlend schönes Land“, wohl auch wegen seiner heiteren und freundlichen Bewohner, die offen auf Menschen zugehen und zeigen, dass Buddhisten, Hindus, Christen und Moslems durchaus friedlich miteinander leben können.

Adolf Werth

Interpädagogica

Die Fahrt zur österreichischen Bildungsmesse Interpädagogica ist mittlerweile für den ASM schon zur Tradition geworden. Am 12. November machte sich eine Gruppe von 25 Lehrpersonen aller Schulstufen inklusive einer Schulführungskraft auf den Weg zur Interpädagogica nach Linz. Dieses Jahr lagen die Schwerpunkte der Bildungsmesse und der Rahmenveranstaltungen auf „Bewegte Schule“ und „Begabtenförderung“. Themen, die bei den Teilnehmern auf so großes Interesse stießen, dass die meisten von ihnen gleich mehrere der dazu angebotenen Vorträge besuchten. Insgesamt wirkte die Messe etwas kleiner als in den Jahren zuvor, das lag vor allem daran, dass gar einige Verlage in Anbetracht der vermehrten Online-Bestellungen mit einem kleineren Messestand präsent waren. Dennoch war das Angebot sehr breit gefächert und am Ende eines intensiven Messetages blieb immer noch das eine oder andere, das man nicht gesehen hatte. Müde, aber zufrieden und viele mit neuen Materialien „beladen“ kehrten die Teilnehmer von der Messe zurück. Einziger Wermutstropfen:  Einzelne Schulführungskräfte sehen den Besuch der Messe als „private Fahrt“ und wollen sie trotz der Bereitschaft der Lehrpersonen die Spesen selbst zu übernehmen nicht als Fortbildung anerkennen. Sie fordern eine Stundenrückgabe. Das ist absolut unverständlich, denn Hand aufs Herz: Wer fährt schon aus reinem Vergnügen zu einer Bildungsmesse? Ziel ist es doch wohl mit den neuesten Entwicklungen Schritt zu halten und Impulse für den Unterricht zu bekommen. Hier ist ein Umdenken unabdingbar! MLM

Von Bamberg nach Frankfurt – Genussradeln am Main-Radweg

Radreisen entlang von Flüssen haben es den erfahrenen Radler/innen im ASM schon immer angetan. War es im letzten Jahr die Strecke Elbe-aufwärts von Dresden nach Prag und vor einigen Jahren die Mosel bis zur Mündung in den Rhein, so entschlossen sich in diesem Jahr 20 begeisterte Genussradler/innen zu einer Fahrt entlang des längsten Nebenflusses des Rheins. Der Main entspringt im Fichtelgebirge und mündet nach 527 Kilometern in Mainz in den Rhein. Dabei hält er trotz vieler Richtungswechsel seine ostwestliche Hauptrichtung bei und berührt auf seinem Weg mit Bayern, Baden Württemberg und Hessen drei verschiedene Bundesländer, drei Dialektregionen -bayrisch, fränkisch und hessisch -, mehrere Mittelgebirge, Bierregionen und Weinanbaugebiete, aber vor allem gut erhaltene historische Stadtkerne. Von Bamberg bis Aschaffenburg wurden ungefähr 2/3 der gesamten Fließstrecke des Mains mit dem Fahrrad zurückgelegt. Schon der Ausgangspunkt dieses beliebten Fahrradwegs, der noch reichlich unverbaute Flussabschnitte mit sporadisch einladenden Strandbädern für mutige Flussschwimmer/innen aufweist, hatte es in sich. Die oberfränkische Bistumsstadt Bamberg, die urkundlich bereits um 900 erwähnt wurde und 1007 von Kaiser Heinrich II. zum Bischofssitz erhoben wurde, beeindruckt auch mit Nachwächterführung dank ihrer mittelalterlichen Bausubstanz, welche die Unesco in ihren Katalog des Weltkulturerbes aufgenommen hat. Der Dom mit dem berühmten Bamberger Reiter lockt auch noch am nächsten Morgen zu einem Besuch. Derart auf Kirchenbaugotik und bürgerliche Fachwerkarchitektur, aber auch auf mittelalterliche Bildhauerkunst eingestimmt, kann die Fahrt weiter gehen, deren nächste größere Ziele Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg sind. Dabei verlassen wir das so genannte Bierfranken und gelangen in das sechstgrößte Weinanbaugebiet Deutschlands. Der hier produzierte Sylvaner kann auch Südtiroler Weinkenner überzeugen. Fahrradstopps in idyllisch gelegenen Städtchen wie Haßfurt und Volkach, sowie eine kurze Fußwanderung zum Wallfahrtsort Maria im Weingarten sorgen für Abwechslung und kunstgeschichtliche Erlebnisse. Dabei ziehen vor allem die zahlreichen Holzskulpturen des spätgotischen Bildhauers Tilman Riemenschneider die Aufmerksamkeit auf sich, etwa die Johannesfigur in der Pfarrkirche in Haßfurt oder die Rosenkranzmuttergottes in der Wallfahrtskirche Maria im Weingarten. Erst bei unserer Stadtführung in Würzburg erkennen wir die Bedeutung dieses interessanten Künstlers für diese Region. Riemenschneider war nämlich nicht nur der berühmteste Bildhauer seiner Zeit sondern auch ein selbstbewusster Bürger, der sich mit dem Würzburger Bischof anlegte und Verständnis für die rebellierenden Bauern zu Beginn des 16. Jahrhunderts zeigte. Führung und Aufenthalt in Würzburg sind zu kurz, um alle Sehenswürdigkeiten einzufangen, aber wir genießen laue Abendstunden bei typisch fränkischer Kost und einem guten Glas Wein. Die nächsten Etappen Lohr am Main, Wertheim und Aschaffenburg könnten als Paradebeispiele deutscher Städte gelten mit ihren Fachwerkbauten, reich ausgestatteten Kirchen und den fürstlichen Residenzschlössern, mit denen die Bischöfe den absolutistischen Herrschern des 17. und 18. Jahrhunderts in nichts nachstanden. Auf andere Machtdemonstrationen verweisen die gewaltige Burgruine aus dem 12. Jahrhundert in Wertheim und die Hochhäuser, Bankenviertel und Aussichtstürme, die wir am letzten Tag unserer Reise Gelegenheit haben zu besichtigen. Frankfurt, oder wie unser Reiseleiter süffisant bemerkt, Klein-Peking, zeigt indes nicht nur das futuristische Gesicht einer finanzkräftigen Metropole sondern mit dem Kleinbreitmarkt und dem Goethehaus am Hirschgraben auch das Panoptikum einer abwechslungsreichen, aber nicht immer ruhmreichen Geschichte. Die Stadt der Kaiserwahl von 1376 – 1792 wurde 1848 in der Paulskirche kurze Zeit zur Wiege der Demokratie, erstand nach der fast völligen Zerstörung 1945 dank des deutschen Wirtschaftswunders als Finanzhochburg und steht heute mit ihrer gewaltigen Skyline für eine turbokapitalistische Wirtschaftsentwicklung, deren Schattenseiten wir leider auch zu Gesicht bekommen. Es ist die Fülle an Eindrücken, die uns auch in diesem Jahr überaus dankbar heimkehren lässt. Barbara Fuchs

Ostern am Vesuv

Der Golf von Neapel und die Amalfitanische Küste zogen schon im 18. und 19. Jahrhundert viele Bildungsreisende an und noch immer besuchen Jahr für Jahr Heerscharen von Touristen Neapel und Umgebung. Anfang April machten auch wir uns, eine relativ kleine Gruppe von 14 Lehrpersonen, mit dem Schnellzug auf, um Neapel und Umgebung zu erkunden. Begleitet wurden wir von Gaetano, einem Neapolitaner, der die reisefreudige Lehrertruppe lieber in Deutsch als auf Italienisch im Schnelldurchlauf durch Neapel führte. In der Millionenstadt mit ihren vielen Farben und den „vielen Sonntagsfahrern, die auch montags fahren“ (Gaetano) lenkte er uns sogleich in ein Cafe, um uns den köstlichen neapolitanischen Kaffee, den besten Kaffee ganz Italiens, genießen zu lassen. Wollen Neapolitaner einem Mitmenschen etwas Gutes tun, so offerieren sie ihm einen sog. „Caffè sospeso“: Sie bezahlen einen Kaffee, konsumieren ihn aber nicht selbst, sondern überlassen es dem Wirt, ihn einem Armen bzw. Fremden zu servieren.

Gestärkt spazierten wir über die Piazza del Plebiscito und durch die Galleria Umberto I. Wir bestaunten die von den Neapolitanern Spaccanapoli genannte Stadttrasse, die drei Kilometer lang ist und die die Altstadt mit einer fast geometrischen Genauigkeit in zwei Teile teilt. Die Abendsonne geleitete uns Lehrpersonen anschließend nach Sorrent, der Geburtstadt Torquato Tassos, wo wir Quartier bezogen und am nächsten Tag zu den Campi Flegrei, den „brennenden Feldern“ nördlich von Neapel aufbrachen. In der Nähe von Pozzuoli, dem wichtigsten Ort der Region, liegt einer der 50 Eruptionsherde des Gebiets, der Vulkan Solfatara. Wir staunten nicht schlecht, als Gaetano mit einer brennenden Zeitung, die er in eine der zahlreichen Rauchfahnen hielt, die Aktivität aller Rauchschwaden im Krater steigerte. Nach dem Besuch des zweitgrößten Amphitheaters der Römerzeit, des „Amphitheaters des Flavius“, mit seinen mehr als 40.000 Zuschauerplätzen fuhren wir an den Averner See und nach Cumae, wo die berühmte Sybilla wahrsagte und Aeneas in das Reich der Toten geführt haben soll.

Schroff, aber umso beeindruckender erwies sich am folgenden Tag die Amalfitanische Küste. Wir besuchten die Orte Amalfi und Ravello, an denen sich bereits Goethe, Ibsen, Nietzsche, Wagner und viele andere Italienliebhaber aufgehalten hatten. Wir genossen immer wieder die zauberhaften Blicke auf Capri und die kleinen Inseln Li Galli. Weihnachtskrippen am Rand der Straße und die Zitronenhaine mit ihren schwarzen und grünen Netzen als Kälteschutz zählen zu den Eigentümlichkeiten der viel befahrenen Küste, die als die schönste der Welt gilt.

Der Höhepunkt der Reise erwartete uns jedoch am vierten Tag. Ein Rundgang in Pompeji und Herculaneum ließ die Antike lebendig werden und vermittelte eine gute Vorstellung von römischem Alltagsleben. Die Städte, die bei dem Ausbruch des Vesuvs 79 n. Chr. verschüttet wurden, sind bis heute noch nicht vollständig ausgegraben. Von Herculaneum ist nur ein Viertel freigeschaufelt. Die Kosten für weitere Grabungsarbeiten und v.a. für die Instandhaltung der antiken Schätze sind zu hoch. Das gilt auch für die berühmte Villa Oplontis und die Überreste der römischen Siedlung in Stabiae, die wir am letzten Tag unseres Aufenthaltes am Golf von Neapel erkundeten. Die farbigen Wandmalereien und die vielen Mosaikböden trugen zu dem überwältigenden Eindruck der Baukomplexe bei. Hätten uns die tiefen Temperaturen nicht verschreckt, so wäre es ein Genuss gewesen, länger an den historischen Stätten zu verweilen.

Monika Piok

Madeira – die Blumeninsel im Atlantik

In der Ferienwoche vom 14. bis 21.Februar 2015 besuchte eine Reisegruppe des ASM Madeira, eine gebirgige Insel im Atlantik, etwa 950 km südwestlich von Lissabon. Sie gehört zum Staatsgebiet Portugals, genießt aber eine weitgehende Autonomie.

Gleich am Abend des Anreisetages erwartete uns das erste Highlight. Wir konnten von einer Tribüne aus den Karnevalsumzug von Funchal, der Hauptstadt Madeiras, wo wir auch in einem Hotel untergebracht waren, verfolgen und fühlten uns durch das farbenprächtige Treiben der vielen einheimischen sowie aus südamerikanischen Ländern angereisten Gruppen, durch deren Fröhlichkeit und durch heiße Sambarhythmen ins brasilianische Rio versetzt.

Am nächsten Tag stand eine Wanderung entlang des Levada da Norte auf dem Programm. „Levadas“ sind die vielen Wale und Walwege der Insel, wie wir sie auch in Südtirol kennen; sie dienen auch demselben Zweck. Rechts von uns, in einiger Tiefe, der Atlantik, links steile Hänge, auf denen sich Häuser und Siedlungen mit ihren kleinen Terrassenfeldern wie Schwalbennester befanden. Bei dieser Gelegenheit bekamen wir einen Einblick in die Vegetation Madeiras. Auffallend waren Eukalyptuswälder, Lorbeerbäume und Weingärten, in denen der bekannte Madeira-Wein gedeiht, sowie die vielen kleineren und größeren Bananenplantagen.

Weitere Einblicke in die Pflanzen- und Bergwelt erhielten wir durch Fahrten und Wanderungen in die verschiedenen Teile der Insel: enge Schluchten und Täler, steil abfallende Hänge und Küsten, Tuffstein- und Basaltlandschaften, bizarre Felsformationen und die sich stets verändernde Vegetation, kleinere und größere Siedlungen im Gebirge und an den Küsten, fantastische Aussichten,  wie zum Beispiel vom Pico do Ariero, wo uns zwar ein heftiger und kalter Sturm ins Gesicht blies, wir aber einen grandiosen Blick auf die Bergwelt Madeiras genießen konnten. Über uns strahlender Sonnenschein, tief unter uns dicke Wolkenfelder.

Bei der Besichtigung der Inselhauptstadt, die sich großteils von der Südküste aus auf einen Berghang erstreckt,  durfte natürlich nicht der Besuch einer Weinkellerei fehlen, wobei wir einiges über den Madeirawein erfuhren und auch zu einer Verkostung eingeladen waren.

Auf der Fahrt auf dem Atlantik mit einem Katamaran konnten wir Delfine beobachten. Einige Mutige von uns wagten auch einen Sprung in das doch ziemlich frische Wasser des Ozeans.

An zwei Tagen hatten wir die Möglichkeit, nach individuellen Interessen, entweder eine Wanderung zu unternehmen, eine Jeepfahrt, die Insel per Fahrrad zu erkunden oder mit einer Seilbahn, die über die Hauptstadt hinwegfährt, zum botanischen Garten zu gelangen.

Ein exklusives Abendessen in einem ehemaligen Gefängnis, wobei wir von einer Volkstanzgruppe empfangen wurden, beschloss den Aufenthalt auf Madeira, stets begleitet von strahlendem Sonnenschein. Nur am Abreisetag war es leicht regnerisch und nebelig, weshalb unser Flugzeug erst mit vierstündiger Verspätung starten konnte.

Adolf Werth

Kambodscha und Laos- Weihnachtsreise hinter den Bambusvorhang

Sechsundzwanzig Reiselustige aus allen Teilen Südtirols starteten am 26.12. von Zürich über Bangkok nach Phnom Penh,  um in 11 Tagen Kambodscha und Laos zu entdecken.

Im Verkehrsgewühl der kambodschanischen Hauptstadt besuchen wir die bedeutendsten buddhistischen Tempel, den märchenhaften und majestätischen Königspalast, die berühmte Silberpagode und das Nationalmuseum im traditionellen Khmer- Stil. Pflichtprogramm für ausländische Besucher ist das Toul- Sleng- Museum, das ehemalige Foltergefängnis der Roten Khmer, wo lt. Gefängnisakten 14.499 Menschen gequält und meist mit Lastwagen zu den Killing Fields außerhalb der Stadt gebracht und hingerichtet wurden.  Am nächsten Tag geht’s weiter zum beschaulichen Städtchen Siem Reap um die weltberühmten Khmer-Tempel von Ankor im Dschungel zu bestaunen. Die Besichtigung dieser  imposanten und geheimnisvollen Tempelanlagen  bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ist für alle ein unvergessliches Erlebnis. Unvergesslich für einen Großteil der Mitreisenden ist auch der Jahreswechsel im Haus unseres Reiseleiters. Wir begegnen einer glücklichen  Familie mir 3  Adoptivkindern. Ihr Lebensstil ist einfach, Bildung ist für alle sehr wichtig und Gastfreundschaft erleben wir echt, gelassen und entspannt. Einen weiteren Einblick in die Lebensweise der Kambodschaner und in die reiche Flora und Fauna erhalten wir bei der Bootsfahrt zu einem schwimmenden Dorf auf dem Tonle-Sap-See. Weiter geht unsere Reise nach Luang Prabang. Dieser Ort verkörpert das Laos längst vergangener Zeiten, wird als Museum ohne Mauern bezeichnet und wird geprägt von traditionellen Gebäuden, Kolonialarchitektur und vielen Tempeln und Klöstern. Unser letztes Ziel ist Vientiane, die Hauptstadt von Laos am Ufer des Mekong und in Sichtweite zu Thailand.

Es bleiben bei so vielen Erlebnissen und so wenig Platz in diesem Heft nur noch Aufzählungen von Highlights: Tuk-Tuk-Fahrten, Märkte, Bootsfahrt auf dem Mekong, Reisfelder und Wasserbüffel, Radtour in Luang Prabang, Ballonfahrt über Ankor, Elefantenritt im Dschungel, frühmorgendlicher Almosengang der Mönche, Fussmassage für alle, Boutique-Hotels und  allerlei Kulinarisches, anmutige Apsara Tänzer/Innen…

Basel - Worlddidac und Didacta Schweiz

21 Lehrerinnen und Lehrer nutzten die unterrichtsfreie Woche Ende Oktober für einen Besuch der Messe Basel. Die Worlddidac und die Didacta Schweiz boten Gelegenheit Einblick in das aktuelle Angebot im Bildungs- und Lehrmittelbereich zu nehmen. Aber nicht nur die Stände der verschiedenen Anbieter waren Ziel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das Rahmenprogramm bot höchst interessante Vorträge, die sich immer wieder um das Thema Zeit drehten. Besonders begeistert hat mich der Vortrag "Ticken wir noch richtig?" von Karlheinz A. Geissler und Jonas Geissler, die sich recht kritisch mit dem Thema Zeit auseinandersetzen. Während K.A. Geissler sich damit beschäftigte, wie Zeiten sich geändert haben und dies auch weiterhin tun werden, setzte sich sein Sohn Jonas mit Fragen des Zeit - gemäßen Umgangs auseinander. Die Referenten unterschieden zwischen den Zeiten der Moderne und den Zeiten der Postmoderne. In den Zeiten der Moderne erfolgte der Wechsel von der "Naturzeit" (Rhythmen) zur Uhrzeit (Takt). Zeit bekommt einen Wert, das führt zur Beschleunigung (Zeit = Geld), aber Zeit schafft auch Ordnung. In der Postmoderne kommt es zur Beschleunigung durch Zeitverdichtung, immer mehr soll gleichzeitig gemacht werden (Netzzeit). Zeit ist rar, kostbar, wir müssen sie also gut planen: Zeitmanagement! Dabei ist Zeitmanagement laut J. Geissler nichts anderes als "Pünktlichkeitserziehung für Erwachsene". Als Sinnbild für die Uhr der Postmoderne wählt er das Schweizer Offiziersmesser: Alles ist zu jeder Zeit verfügbar. Daraus entwickeln sich die Dynamiken der Postmoderne: Nonstop Aktivität ist gefragt, dies suggeriert uns auch die Werbung. Es gibt keine Auszeit, keine Halbzeit und keinen Stillstand (Ibm), das Internet schläft nie, macht nie Mittag und geht nie in Urlaub (intel.online). Doch diese maximale Flexibilisierung hat laut J. Geissler schwerwiegende Folgen: Wir verlieren die Orientierung, den Überblick, entwickeln eine oberflächliche, sprunghafte Wahrnehmung, verlieren Konzentration, Geduld und Zeit für Reflexion. Daher ist notwendig Zeitkompetenzen zu entwickeln, nicht Zeitmanagement: Individuelle Zeitkultur fördern, passende Maßnahmen entwickeln, sich ab und zu Zeit für Zeit zu nehmen und die eigene Zeitsituation analysieren sowie die eigenen Zeit-Bewertungskriterien zu überprüfen. Es gilt zu rhythmisieren, die Flexibilität zu begrenzen, Grenzen zu setzen usw. Vor allem Ressourcenzeiten zu pflegen: - Zeit der Selbstwirksamkeit und Sinnerfahrung (Reflexion)
- Zeit der Selbstbestimmung
- Soziale Zeit, Zeit des Austauschs und der kollegialen Unterstützung
- Zeit des Ausgleichs
- Zeit der Wertschätzung

14. Architekturbiennale 2014 „FUNDAMENTALS“

Bozen-Venedig: Wir steigen vom Bus herunter wie von einem Adlerhorst. Im selben Augenblick sind wir auf Meereshöhe Null. Venedig liegt vor uns im Wasser. Diese Übertriebenheit der Darstellung verkürzt den Abstand zur Königin der Adria, die im Würgegriff von Flut, Untergang, Melancholie schwer atmet. Noch triumphieren Biennalen – auch jene von Rem Koolhaas.

Der 69-jährige Niederländer gilt für die Architektur als einer der interessantesten Vordenker der Gegenwart. Angefangen hatte er als Drehbuchautor für Filme, über die bildende Kunst kam er schließlich zur Architektur. 1980 gründete er sein berühmtes Office for Metropolitan Architecture (OMA), seitdem koordiniert und entwickelt er seine Projekte weltweit.

2000 erhielt er den Pritzker-Preis, den „Nobelpreis der Architektur; 2010 den goldenen Löwen von Venedig.

Die Utopien der Moderne finden sich in seinem Denken und Arbeiten überall wieder.

Eigenschaftslose Städte hält er für die Erfüllung der Moderne: Shopping-Malls,  asphaltierte Parkplätze, das planlose Wuchern der Städte...Koolhaas interveniert mit Platz sparende Formeln: Verdichtung und Schichtung.

Bei der Architekturbiennale 2010 warf er erstmals denkmalpflegerische Fragen auf: Die Bauzeugen für die Nachkriegsarchitektur der Spätmoderne – eine unbeliebte Bausubstanz da meist Betonklötze - seien zu retten, nicht durch Neubauten zu ersetzen. Wobei Koolhaas den Standpunkt vertritt, dass diese Moderne auf paradoxe Weise immer mehr verwässert. "Die Moderne ist längst in China und anderen Ländern angekommen. Sie gehört uns nicht mehr", sagt Koolhaas. Architektur ist längst global, nationale Besonderheiten verschwimmen.

Seine 14. Architekturbiennale mit dem bescheidenen Titel „FUNDAMENTALS“ lässt die Archistars draußen. 1. Es geht ihm um die Grundlagen der Architektur (im Padiglione Centrale: „Elements of Architecture“ in Zusammenarbeit mit seinen Studenten der Harvard University); 2. um die Darstellung von 100 Jahre Baugeschichte in den Länderpavillons („Absorbing Modernity 1914-2014“) Dass alle Nationen am selben Thema arbeiten mussten, das gab es noch nie!  Nach 65 Länderpavillons ist man sich sicher: Eine einzige, einheitliche Moderne hat es nie gegeben. 3. Um die Darstellung italienischer Verhältnisse im Arsenale („Monditalia“). Ganz im Sinne der Idee des Gesamtkunstwerkes, sind in seiner Schau andere Disziplinen beteiligt: Tanz, Theater, Kino, Musik.

Koolhaas hatte für seine Biennale 2 Jahre Recherchezeit, also doppelt so lang wie die Kuratoren vor ihm. Koolhaas verlängerte gleichzeitig die Ausstellungsschau auf 6 Monate.

In „Elements of Architecture“ wird den Grundlagen, dem ABC der Architektur nachgegangen: Es sind die Alltagswelten der Architektur, aufgeschlüsselt nach Bestandteilen: Der Türrahmen, die Wand, die Decke, das Dach, das Fenster, der Balkon, der Flur, der Ofen, die Toilette, die Treppe, die Fahrtreppe, der Fahrstuhl, die Rampe... Eines verdeutlicht „Elements of Architecture“ besonders stark: Wie sehr Standardisierung, Massenproduktion, Risikovermeidung und der Wunsch nach Komfort die Architektur verändert haben.

Zum Thema Korridor wandelt man durch enge Flure, fühlt sich befangen; die „Raumfolgen“ von Walter Niedermayr zeigen lange, monotone Gänge. Auch die alltäglichen Funktionszusammenhänge stehen im Vordergrund der diesjährigen Schau - wie z.B. Kloschüsseln. Man kann an diesen „fundamentals“ auch die Geschichte der Moderne ablesen. Diese 14.Biennale ist jedenfalls auf Recherche, Darstellung von Geschichte und Gegenüberstellungen aus. Im Padiglione Centrale ist ein Teil der Sammlung Charles Brooking ausgestellt. Brooking sammelte in England seit 1966 250.000 Fenster. Hier wird die   museale Anordnung, in der Raummitte, durch eine Fensterprüfmaschine gestört.

Kurator Koolhaas behandelt die Begriffsanordnung „Tür“ folgendermaßen: Er stellt das Sicherheitssystem eines österreichischen Schlosses aus dem 16.Jahrhundert samt Mauerwerk und 14 schwere Schloss-Tore dem security control Portal eines amerikanischen Flughafens gegenüber. Auch mittels waghalsiger Gedankensprünge können Geschichten erzählt und verglichen werden. Die Idee gefällt.

Im Arsenale, längs den Corderie (wo die Schiffstaue gewirkt wurden)  wird „Monditalia“

erzählt. Italien wird mit seinen spezifischen, vielfältigen bis chaotischen Besonderheiten dargestellt bzw. gescannt; so der junge Kurator und Assistent von Koolhaas, Ippolito Pestellini.  Scannen bedeutet die Komplexität der Situation durchleuchten, einen realistischen Abstrich zu erstellen um den Grad der Gesundheit oder Krankheit festzuhalten. Hier begegnen sich Ethik und Ästhetik - Bauten für die Allgemeinheit und die Edelarchitektur; dazwischen die vielen, all zu vielen Bausünden, die Ausbeutung des Territoriums.

Optischer Leitaden längs den Wänden der Corderie, bildet – in mega-Vergrößerung - die „Tabula Peutingeriana“ aus spätrömischer Zeit, in der zum ersten Mal unter anderem Pons Drusi (Bozen) erwähnt wird. Unter dieser antiken  „Landkarte“ wird „il bel paese“ filmisch (82 Filme + 41 case studies) unter die Lupe genommen. Es ist das Ergebnis genauso vieler, teils sehr junger Recherchegruppen.

Die Recherche beginnt an der nordafrikanischen Küste, dem Drama der  Migranten;

Pompei - als Paradigma der Erhaltung und Zerstörung - muss als internationales Modell für italienische Konservierungsgeschichte herhalten, dies gerade zur Zeit der spending review Maßnahmen und den alltäglichen Notstandserklärungen;

La Maddalena, die pittoreske Inselgruppe vor  Sardinien einst von Berlusconi für den G8-Gipfel (2009) bestimmt - Gipfel, der dort nie abgehalten wurde - mit den luxuriösen Bauruinen, Stefano Boeri läuft durch die Ruinen seiner Architektur;

Berlusconi verlegte den G8 kurzerhand in die vom Erdbeben (2010) zerstörten Abbruzzen Hauptstadt L’Aquila. L’Aquila, wird als verfallende Geisterstadt samt dem außer Kontrolle geratenem Wildwuchs in der Peripherie problematisiert;

das heutige multikulturelle Italien wird als Geschichte der Integration präsentiert: Italiens Markenprodukt, der Parmiggiano Reggiano wird heute zu 60% von den indischen Sikhs hergestellt - anders ausgedrückt, die indischen Sikhs halten die Parmesan-Produktion aufrecht.

Vieles kann als Metapher italienischen Lebensstils reflektiert werden.

Ethik, Politik und Geschichte treffen aufeinander, reiben sich; Wille zum Aufbau, Spekulation, Skandal bringen dies alles wieder zum Erliegen. Nichts geht weiter in Italien.

Die Ästhetisierung der Architektur  geht einher mit dem Desinteresse gegenüber sozialer, wirtschaftlicher, politischer Belange; sie stellt sich selbst als Sensation, ins Rampenlicht. Die Architektur wird zur „Luxusware“, trägt keine Verantwortung gegenüber dem Kontext, der Umgebung - auch ein Leitgedanke der Moderne?

Koolhaas selbst, baut zur Zeit in Venedig, beim „Fondaco dei Tedeschi“ der „Handelsniederlassung der Deutschen in Venedig“ . Aber davon, soll hier nicht die Rede sein, meinte Koolhaas kürzlich in einem Interview. Wir können neugierig sein, wie Koolhaas in die sensible Morphologie Venedigs einwirken wird.

Prämierungen:

Den Goldenen Löwen als Preis für das Lebenswerk bekam die 86 jährige aus Kanada stammende Architektin  Phyllis Lambert ,die als Projektleiterin beim Seagram Building mit Mies von der Rohe mitarbeitete. Trotz Verdichtung und Vertikalisierung der Baukubatur galt ihr besonderer Einsatz für  offene Plätze, als demokratischer Ort der Bewohner.

 

Den Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon bekam (Süd-) Korea. Durch verschiedenste Medien wird die Geschichte eines gespalteten Landes eindrucksvoll aufgearbeitet, das vor dem Koreakrieg vereint war. Das Thema ist die Grenze  Zwischen Nord- und Südkorea, sowie die ersehnte Wiedervereinigung  der koreanischen Halbinsel

Den silbernen Löwen für seinen Länderbeitrag bekam Chile.

Ausgangspunkt ist ein Fenstermodul auf Beton, ein Originalstück, das die Geschicke des Landes – von der demokratisch gewählten Regierung unter Allende, zur Diktatur Pinochet - überlebt hat. Die geschichtliche Recherche zeigt die Architektur eines Landes zwischen Kommunismus und Kapitalismus.

Der silberne Löwe für den besten Beitrag in Monditalia ging an André Jacques  Werk „Sales Oddity. Milano 2...“ Das Entstehen der Alternativstadt Milano 2, die ganz auf die, durch das Fernsehen gesteuerten Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist.

Lobende Erwähnungen gingen an die Länderpavillons von Kanada, Frankreich und Russland.

Kanada untersucht mittels vieler Modelle und Fotografien seinen arktischen Norden: Die klimatischen Bedingungen, die Lebensweise der Inuits, die Baukultur im Eis... den radikalen Wandel durch Internet-Anschluss.

Frankreich formuliert die Moderne als zweideutige Frage: Modernität, Versprechung oder Bedrohung? Mit satirischem Blick auf das automatisierte Wunschhaus, fallen die Antworten durch den Jacques Tati Film „mon oncle“ teils lustig-skurril aus;    pessimistisch hingegen, die vielen Schieflagen im Bereich des suburbanen Bauens zwischen 1935 und 1975.

Russland  inszeniert eine Art Baumarkt und Messestand im eigenen Pavillon: Hier werden Ideen für das neue russische Design und Bauen angeboten und auch verkauft. Am „Estetika Ltd.“ Stand findet man z.B. Architekturelemente in Russischem oder Neo-Russischem Prunkstil. 

Der Italienischer Pavillon befasst sich mit den Begriffen Innesti/Grafting/so zu sagen, aufgepfropfte Architektur.

Kurator Gino Zucchi zeigt darin, wie er den Umgang der „guten Architekten“ mit einem historischen Erbe sieht. Auf das Alte folgt das Neue, nebeneinander, ohne Übergänge. Daraus erwachsen  kontinuierliche Metamorphosen. Zusammen entsteht eine neue Konfiguration. Heute, so Zucchi, von Europa und der Welt bewundert, ist es der originellste Beitrag italienischer Entwurfskultur.

Im Zentrum steht Mailand als „Werkstatt der Moderne“ in Italien und Austragungsort der EXPO 2015, für die auch hier geworben wird.

Erwin Lantschner Sept/Okt 2014

Ausstellungen in Konstanz und Aachen

Vor 600 Jahren fand in Konstanz das mehrjährige Konzil statt (1414 - 1418), bei dem drei wichtige Anliegen der Kirche gelöst werden sollten: das Große Schisma, die Causa Hus und die Reform der Kirche an Haupt und Gliedern. Zur Erinnerung an dieses Großereignis haben das Land Baden Würt-temberg und die Stadt Konstanz im Originalschauplatz eine sehenswerte Ausstellung organisiert. Besucher konnten Schautafeln und Bilder, so die Eröffnung des Konzils, Konzilsteilnehmer, wie Papst Johannes XXIII. oder König Sigismund, dessen Prunkschwert, Altarbilder, Skulpturen, Hand-schriften, Wandteppiche und vor allem die sieben bebilderten Versionen der Konzilschronik von Ulrich Richental - 1420 verfasst - bewundern. Viele von den Leihgaben aus 14 verschiedenen Ländern waren das erste Mal in Deutschland zu sehen. Die Teilnehmer der ASM Fahrt konnten bei der Führung durch die Ausstellung auch einen Blick auf die älteste überlieferte Stadtansicht von Konstanz werfen.

Bei der Fahrt nach Aachen machten wir in Speyer Mittagspause und nützten die Gelegenheit, den eindrucksvollen romanischen Dom, erbaut von den Königen aus dem Hause der Salier, besichtigen. Der sachkundige Führer wies auf das ungewöhnlich hohe Kreuzgratgewölbe hin und führte uns in die große Krypta mit den Gräbern der Salischen Kaiser und anderer Könige.

In Aachen standen drei Ausstellungen auf dem Programm, die über das Leben und Wirken des überragenden Herrschers informierten, der am 28.01.814 gestorben ist. Im Krönungssaal des Rathauses stand das höfische Leben Karls im Mittelpunkt, die Reisen von Pfalz zu Pfalz, original-getreue Nachbildungen der Reichskleinodien und große Historienbilder. Im Centre Charlemagne konnten wir einen Blick auf die Entstehung von Aachen in der Zeit Karls werfen. Im Domschatz von Aachen wurden viele sakrale Kunstwerke gezeigt, die einst dem Domschatz angehörten, für die Dauer der Ausstellung ausgeliehen wurden, so die vergoldete Karlsbüste, Geschenke von Königen, die in Aachen gekrönt wurden, vergoldete Deckel von Manuskripten u.a.m.

Bei der Schifffahrt von Boppard bis Rüdesheim bewunderten wir die herrliche Rheingegend mit den vielen Burgen und Städtchen und hörten die „Gewaltige Melodei“ des Liedes „Lorelei“ von Heinrich Heine.

Zwei europäische Kulturhauptstädte auf dem beliebtesten Radweg Deutschlands

Auf der Rangliste der beliebtesten Fahrradwege Deutschlands nimmt der Elberadweg 2014 bereits zum 9. Mal in Folge den ersten Platz ein. Die 23 köpfige Gruppe aus Südtirol, welche in der letzten Augustwoche mit dem Busunternehmen Silbernagl nach Dresden aufgebrochen ist, zweifelte keinen Augenblick an der Rechtmäßigkeit dieses Votings, auch wenn sie nur knapp ein Viertel dieser an Natur – und Kulturdenkmälern reichen Fluss- und Auenlandschaft kennen gelernt hat. Zu groß war der Wunsch, neben der sportlichen Herausforderung von 250 Radkilometern, auch das Flair zweier Kulturhauptstädte Europas, Dresdens und Prags, zu erleben. Und so wurde bereits der erste Radtag mit einer Führung durch jene Stadt begonnen, die wegen ihrer barocken Architektur, ihrer reichhaltigen Kunstsammlungen und ihrer geographischen Lage seit dem 19. Jahrhundert die Bezeichnung Elbflorenz trägt. Zu den beeindruckendsten und prägendsten Bauwerken zählen der Zwinger mit seinen Gemäldesammlungen alter und neuer Meister, die Semperoper und die Frauenkirche, die unter großem Einsatz der Dresdner Bürger wiederaufgebaut und erst 2005 erneut geweiht wurde, nachdem sie zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 durch schwere Luftangriffe der Alliierten in Schutt und Asche gelegt worden war. Für uns war der Besuch der Frauenkirche eine Gelegenheit innezuhalten und uns sowohl des vergangenen Unrechts wie der Bedrohung des Friedens unserer Tage bewusst zu werden. Hat man die 11. größte Stadt Deutschlands hinter sich, so ziehen sowohl landschaftliche Reize als auch architektonische Juwele wie die als Blaues Wunder bezeichnete Loschwitzer Brücke und zahlreiche barocke Schlösschen die Blicke auf sich. Am Ende der ersten Etappe finden wir uns in der bizarren Landschaft des Elbsandsteingebirges wieder, eine geologische Besonderheit, die wir am nächsten Tag aus der Nähe betrachten dürfen. Durch Druckunterschiede der vom kreidezeitlichen Meer abgelagerten Schichten haben sich hier im Laufe von 8 Millionen Jahren Hunderte Meter hohe Sandsteinschichten gebildet, denen das Gebiet den Namen Sächsische Schweiz verdankt. Schweizer und deutsche Maler, allen voran Caspar David Friedrich haben diese atemberaubende Landschaft als romantisches Motiv entdeckt, heute tummeln sich Sportkletterer aus der ganzen Welt auf den bizarren Felstürmen. Die nahe gelegene tschechische Grenze passieren wir ohne besondere Vorkommnisse. Nichts lässt an diesem friedlichen Flusslauf auf die schlimmen Verwerfungen des Kalten Krieges schließen. Lediglich die Besiedelung wird dünner und die touristischen Einrichtungen nehmen ab, sowohl quantitativ als auch qualitativ. Die Orte, an denen wir vorbeiradeln, enden häufig mit den Silben nitz, blitz, witz, was slawisch Dorf bzw. Anführer eines Volkes bedeutet. Die Stadt Leitmeritz beeindruckt durch ein malerisches Zentrum, hat aber mit der nahe gelegenen Gedenkstätte Theresienstadt auch ein schwieriges Erbe aus der neueren Geschichte zu verwalten. Eine beeindruckende Panoramalage hat die Stadt Melnik, unser letztes Etappenziel, bevor wir uns der Goldenen Stadt Prag nähern, diesem historisch gewachsenen Traum des bedeutendsten spätmittelalterlichen Herrschers Karls IV. Mit dem Bau der Prager Burg, des Veitsdomes, der Errichtung der ersten Universität und dem Bau zahlreicher Brücken über die Moldau wollte er Prag zur Reichshauptstadt („caput mundi“) machen und schuf sowohl ein politisches wie geistiges Zentrum Europas, dessen Ausstrahlung bis in unsere Tage anhält. Trotz exzellenter Führung und unerschöpflicher Ausdauer unserer Gruppe reicht ein Besuchstag gerade mal für einen groben Überblick über die architektonische Vielfalt und glänzende Schönheit der Stadt. Die historischen Tragödien, die sich in ihrem Umfeld ereigneten, können nur gestreift werden. Von einer intensiveren Begegnung mit der Goldenen Stadt beim nächsten Besuch träumt wohl jeder von uns während der romantischen abendlichen Schifffahrt auf der Moldau.   

Barbara Fuchs

Reisebericht Irland

Irland, die grüne Insel, war lange Zeit eine Welt für sich. Die Römer schätzten dieses feuchte, dunkle und wenig einladende Land am Ende der damals bekannten Welt nicht. sie wussten nichts von den verborgenen Schätzen an Goldschmuck, den bereits die Vorfahren der Kelten hergestellt hatten. Wir konnten ihn im Nationalmuseum von Dublin bewundern. Andere Völker, wie die Wikinger oder die Normannen erkannten die Vorzüge dieses Landes rasch, weil Rinder und Schafe das ganze Jahr auf der Weide Futter fanden, keine Ställe gebaut und kein Wintervorrat angelegt werden musste. Heute zählt Irland zu jenen Ländern, die wegen der Naturwunder, der zauberhaften Landschaft und der freundlichen Bevölkerung viele Touristen aus aller Welt anlocken.

Die Teilnehmer der ASM-Fahrt von 23.-31. Juli 2014 erlebten Irland von der schönsten Seite und konnten die Naturwunder, wie die Cliffs of Moher (bis zu 200m hohe eindrucksvolle Klippen am Meer), der Giant‘s Causeway (Tausende gleichgeformte Basaltsäulen unterschiedlicher Höhe ragen aus dem Meer auf), den Ring of Kerry mit Buchten und Inseln am Meer sowie Seen im Landesinnern bei zumeist schönem und warmem Wetter erleben. Weitere Höhepunkte unserer Fahrt waren die Besichtigung des um 800 entstandenen Book of Kells mit den 340 prächtig illuminierten Blättern in der Old Library des Trinity Colleges, das jährlich von ca. 3 Mill. Menschen bewundert wird, der Besuch vom Rock of Cashel, einst Sitz der Könige von Munster, der Städte Dublin und Belfast und des berühmten Powerscourt Gardens, gemessen an der Besucherzahl, der beliebteste Naturpark in Irland.

Unser Reiseleiter Peter Holmes wies mit humorvollen Bemerkungen auf die Vorzüge seines Landes und dessen Geschichte sowie die kulturellen Leistungen der vielen Klöster im frühen Mittelalter hin. Dabei verstand er es, passende Musikkassetten zu den Landschaften einzulegen oder selbst bekannte irische Lieder vorzusingen. Peter Holmes war früher Schauspieler, was ihm sicher auch geholfen hat, seinen Vortrag im Bus abwechslungsreich zu gestalten. Als Ausgleich empfanden die Teilnehmer die Wanderungen in Irlands oft unberührter Landschaft recht angenehm und erfrischend.

as

Dalmatien, April 2014

Die kroatische Küste um Dubrovnik und Abstecher nach Montenegro und Bosnien – Herzegowina waren Ziele einer ASM-Reise zu Ostern. Ein sehr gut Deutsch sprechender Reiseführer hat uns nicht nur wichtige Sehenswürdigkeiten erklärt, sondern auch viele Informationen über Geschichte, Wirtschaft und Zeitgeschehen der besuchten Balkanstaaten vermittelt. Viele Schäden des fürchterlichen Krieges der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts sind beseitigt und Baudenkmäler und Innenstädte erstrahlen in altem Glanz. Die Wunden dieser Auseinandersetzungen sind noch nicht verheilt, das ging aus den Ausführungen von Damir, unserem kroatischen Führer und der lokalen Führerinnen in Kotor und Mostar hervor. Die erste Station und der Ausgangspunkt der weiteren Erkundungen war Dubrovnik. Ein mehrstündiger Rundgang durch die mittlerweile wieder vollständig restaurierte Altstadt führte uns zu bekannten Baudenkmälern: Rektorenpalast (Sitz der Regierung), Palast Sponza (früher Zollamt, heute historisches Archiv), Kathedrale, Uhrturm, Onofriobrunnen. Bei der Besichtigung des Franzikaner – Klosters mit dem spätromanischen Kreuzgang und der drittältesten Apotheke Europas konnten wir auch einen Teil der Sammlung von 1200 alten Handschriften bewundern (von den insgesamt 50.000 alten Schriften sind im Bürgerkrieg 1991/92 allerdings 30.000 verbrannt). Dubrovnik, im 7. Jahrhundert nach der Eroberung des römischen Epidaurum durch die Slawen entstanden, entwickelte sich rasch zu einer wichtigen Handelsstadt. Nachdem es 1205 unter die Herrschaft Venedigs geraten war, konnte sich Dubrovnik 1358 wieder selbständig machen. Die Republik Ragusa konnte sich dank einer klugen Politik (Allgemeinwohl vor privaten Interessen, religiöse Toleranz, Schutz vor Pest und anderen ansteckenden Krankheiten durch Quarantäne von Seereisenden...), einer geschickten Diplomatie, einer mächtigen Flotte und hoher Tributzahlungen an das Osmanische Reich bis 1808 (Eroberung durch napoleonische Truppen) ihre Unabhängigkeit bewahren. Ein verheerendes Erdbeben mit über 5.000 Toten und riesigen Schäden brachte 1667 eine starke Schwächung der Republik, doch konnten die Stadt und die spektakulären Wehranlagen wieder aufgebaut werden. Auch die 2000 Bomben, die 1991/92 auf die Stadt nieder gingen, konnten den Glanz von Dubrovnik nicht zum Erlöschen bringen. Es ist nur zu hoffen, dass die Stadt auch dem Massentourismus (an manchen Tagen kommen allein mit den Kreuzfahrtschiffen bis zu 20.000 Menschen) standhält.

Für die Fahrt nach Montenegro (und für den Abstecher nach Bosnien – Herzegowina) galt es einige Stunden Wartezeit für die Grenzkontrollen einzuplanen. Die Schönheit des Fjords von Kotor konnten wir wegen des grauen Wetters z. T. nur erahnen. Vom Reiseführer erfuhren wir, dass sich die junge Republik Montenegro, die auf die Einnahmen aus dem Tourismus sehr angewiesen ist, oft schwer tut, die Vorgaben für das UNESCO-Weltkulturerbe und die extravaganten Wünsche der finanzkräftigen Investoren (v.a. aus Russland) in Einklang zu bringen. Nach dem Besuch einer Wallfahrtskirche auf einer kleinen Insel bei Perast stand die Besichtigung der Altstadt von Kotor (wichtige Handelsstadt und früher auch bedeutender Militärhafen mit wuchtigen Wehranlagen) und dann der Tourismus-Hochburg Budva auf dem Programm. In beiden Orten stach der Widerspruch zwischen Altem und Neuem stark ins Auge: einerseits schön restaurierte Altstädte, anderseits viele Bettenburgen und etliche Hotelruinen.
An der dalmatinischen Küste entlang und durch das fruchtbare Tal der Neretva kamen wir am vierten Tag nach Bosnien – Herzegowina, wo die Stadt Mostar unser Ziel war. Die touristischen Anziehungspunkte sind nach dem mörderischen Bürgerkrieg wieder instand gesetzt worden. Man kann die berühmte Alte Brücke über die Neretva bewundern und über den Bazar schlendern oder ein altes türkisches Wohnhaus besuchen. Aber man sieht noch etliche durch Bomben und Granaten beschädigte Häuser. Dass das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen nach den Schrecken des Krieges mit Vertreibungen und „ethnischen Säuberungen“ nicht immer harmonisch ist, mag nicht verwundern. Ein Aufenthalt von ein paar Stunden konnte in einer Stadt mit einer Jahrhunderte alten, vielschichtigen und komplexen Geschichte und mit tiefen Wunden durch Ereignisse, die etwas mehr als 20 Jahre zurück liegen, nur einen oberflächlichen Eindruck vermitteln. Zum Nachdenken darüber, warum Menschen zu solchen Grausamkeiten fähig sind, hat die Zeit aber allemal gereicht.
Nach einem Spaziergang durch das Arboretum von Trsteno, wo die reichen Patrizier und Herrscher von Dubrovnik im Sommer in der Frische und Abgeschiedenheit des botanischen Gartens Geselligkeit pflegten und neue Pläne schmiedeten, besichtigten wir am letzten Tag die Stadt Ston. Heute noch genutzte Salzgärten, die früher zum Reichtum Dubrovniks beitrugen und eine 5,5 km lange Mauer, welche die Stadt und die Salzgärten schützte, sind die Attraktionen dieses Ortes. Nach einer Verkostung von Austern und Muscheln, die in den Buchten vor Ston gezüchtet werden, ging's zurück zum Flughafen.

Sibylle und Toni Ladurner

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Dalmatien – Eindrücke

Marokko, Februar 2014

Für die Fahrt nach Montenegro (und für den Abstecher nach Bosnien – Herzegowina) galt es einige Stunden Wartezeit für die Grenzkontrollen einzuplanen. Die Schönheit des Fjords von Kotor konnten wir wegen des grauen Wetters z. T. nur erahnen. Vom Reiseführer erfuhren wir, dass sich die junge Republik Montenegro, die auf die Einnahmen aus dem Tourismus sehr angewiesen ist, oft schwer tut, die Vorgaben für das UNESCO-Weltkulturerbe und die extravaganten Wünsche der finanzkräftigen Investoren (v.a. aus Russland) in Einklang zu bringen. Nach dem Besuch einer Wallfahrtskirche auf einer kleinen Insel bei Perast stand die Besichtigung der Altstadt von Kotor (wichtige Handelsstadt und früher auch bedeutender Militärhafen mit wuchtigen Wehranlagen) und dann der Tourismus-Hochburg Budva auf dem Programm. In beiden Orten stach der Widerspruch zwischen Altem und Neuem stark ins Auge: einerseits schön restaurierte Altstädte, anderseits viele Bettenburgen und etliche Hotelruinen.
An der dalmatinischen Küste entlang und durch das fruchtbare Tal der Neretva kamen wir am vierten Tag nach Bosnien – Herzegowina, wo die Stadt Mostar unser Ziel war. Die touristischen Anziehungspunkte sind nach dem mörderischen Bürgerkrieg wieder instand gesetzt worden. Man kann die berühmte Alte Brücke über die Neretva bewundern und über den Bazar schlendern oder ein altes türkisches Wohnhaus besuchen. Aber man sieht noch etliche durch Bomben und Granaten beschädigte Häuser. Dass das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen nach den Schrecken des Krieges mit Vertreibungen und „ethnischen Säuberungen“ nicht immer harmonisch ist, mag nicht verwundern. Ein Aufenthalt von ein paar Stunden konnte in einer Stadt mit einer Jahrhunderte alten, vielschichtigen und komplexen Geschichte und mit tiefen Wunden durch Ereignisse, die etwas mehr als 20 Jahre zurück liegen, nur einen oberflächlichen Eindruck vermitteln. Zum Nachdenken darüber, warum Menschen zu solchen Grausamkeiten fähig sind, hat die Zeit aber allemal gereicht.
Nach einem Spaziergang durch das Arboretum von Trsteno, wo die reichen Patrizier und Herrscher von Dubrovnik im Sommer in der Frische und Abgeschiedenheit des botanischen Gartens Geselligkeit pflegten und neue Pläne schmiedeten, besichtigten wir am letzten Tag die Stadt Ston. Heute noch genutzte Salzgärten, die früher zum Reichtum Dubrovniks beitrugen und eine 5,5 km lange Mauer, welche die Stadt und die Salzgärten schützte, sind die Attraktionen dieses Ortes. Nach einer Verkostung von Austern und Muscheln, die in den Buchten vor Ston gezüchtet werden, ging's zurück zum Flughafen.

Sibylle und Toni Ladurner

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Marokko – Eindrücke

Extremadura, Februar 2014

Blindtext. Für die Fahrt nach Montenegro (und für den Abstecher nach Bosnien – Herzegowina) galt es einige Stunden Wartezeit für die Grenzkontrollen einzuplanen. Die Schönheit des Fjords von Kotor konnten wir wegen des grauen Wetters z. T. nur erahnen. Vom Reiseführer erfuhren wir, dass sich die junge Republik Montenegro, die auf die Einnahmen aus dem Tourismus sehr angewiesen ist, oft schwer tut, die Vorgaben für das UNESCO-Weltkulturerbe und die extravaganten Wünsche der finanzkräftigen Investoren (v.a. aus Russland) in Einklang zu bringen. Nach dem Besuch einer Wallfahrtskirche auf einer kleinen Insel bei Perast stand die Besichtigung der Altstadt von Kotor (wichtige Handelsstadt und früher auch bedeutender Militärhafen mit wuchtigen Wehranlagen) und dann der Tourismus-Hochburg Budva auf dem Programm. In beiden Orten stach der Widerspruch zwischen Altem und Neuem stark ins Auge: einerseits schön restaurierte Altstädte, anderseits viele Bettenburgen und etliche Hotelruinen.
An der dalmatinischen Küste entlang und durch das fruchtbare Tal der Neretva kamen wir am vierten Tag nach Bosnien – Herzegowina, wo die Stadt Mostar unser Ziel war. Die touristischen Anziehungspunkte sind nach dem mörderischen Bürgerkrieg wieder instand gesetzt worden. Man kann die berühmte Alte Brücke über die Neretva bewundern und über den Bazar schlendern oder ein altes türkisches Wohnhaus besuchen. Aber man sieht noch etliche durch Bomben und Granaten beschädigte Häuser. Dass das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturen nach den Schrecken des Krieges mit Vertreibungen und „ethnischen Säuberungen“ nicht immer harmonisch ist, mag nicht verwundern. Ein Aufenthalt von ein paar Stunden konnte in einer Stadt mit einer Jahrhunderte alten, vielschichtigen und komplexen Geschichte und mit tiefen Wunden durch Ereignisse, die etwas mehr als 20 Jahre zurück liegen, nur einen oberflächlichen Eindruck vermitteln. Zum Nachdenken darüber, warum Menschen zu solchen Grausamkeiten fähig sind, hat die Zeit aber allemal gereicht.
Nach einem Spaziergang durch das Arboretum von Trsteno, wo die reichen Patrizier und Herrscher von Dubrovnik im Sommer in der Frische und Abgeschiedenheit des botanischen Gartens Geselligkeit pflegten und neue Pläne schmiedeten, besichtigten wir am letzten Tag die Stadt Ston. Heute noch genutzte Salzgärten, die früher zum Reichtum Dubrovniks beitrugen und eine 5,5 km lange Mauer, welche die Stadt und die Salzgärten schützte, sind die Attraktionen dieses Ortes. Nach einer Verkostung von Austern und Muscheln, die in den Buchten vor Ston gezüchtet werden, ging's zurück zum Flughafen.

Sibylle und Toni Ladurner

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Leipziger Buchmesse, März 2014

Auch in diesem Jahr hat sich eine Gruppe von interessierten Lehrern mit dem ASM auf die Reise zur Leipziger Buchmesse gemacht. Die Buchmesse ist der Frühjahrstreff der Buch- und Medienbranche. Mehr als 2.000 Aussteller präsentierten die faszinierende Welt der Literatur und spannende Neuerscheinungen. Das Angebot umfasste alles vom Sach-, Hör- und Kunstbuch, über Zeitschriften, Comics und Kinderbücher, bis hin zu Bildungsmedien und Fachbüchern. Das Programm zur Leipziger Buchmesse war vielfältig und abwechslungsreich und umfasste zahlreiche Lesungen, Fachvorträge, Podiumsdiskussionen, Fortbildungsveranstaltungen und Preisverleihungen
Gleichzeitig mit der Buchmesse wurde das größte europäische Lesefest „Leipzig liest“ veranstaltet. An 410 verschiedenen Leseorten in der Stadt und auf dem Messegelände wurde das gedruckte, gezeichnete und vertonte Wort gefeiert. Das Lesefest ist ein Höhepunkt für Autoren und Bücherliebhaber. Autoren erhoffen sich interessierte Leser, Leser wollen Literatur und Literaten in persönlichen Begegnungen entdecken. Im Mittelpunkt der diesjährigen Leipziger Buchmesse stand der „Auftritt Schweiz“. Dem Leipziger Bürgermeister wurden zum Auftakt 40 rote Lesebänke geschenkt, die überall in der Stadt verteilt wurden und zum Lesen einladen sollten. Besonders auffällig und interessant auf der heurigen Buchmesse waren eine große Anzahl an skurrilen Gestalten, verkleidete Jugendliche, die so genannten Mangas, die sich überall auf dem Messegelände tummelten und die Blicke auf sich zogen.
Der ASM führte seine Mitreisenden auch noch in die Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen, nach Dresden, wo eine fachkundige Stadtführung geboten wurde. Auf der Rückreise machte die Reisegruppe auch noch einen Zwischenstopp in Nürnberg.