GROSSTAGUNG DER TECHNIKLEHRER/INNEN

Am 08. April 2011 fand im Kolpinghaus in Bozen die traditionelle Großtagung der Techniklehrer/innen statt. Der Vorsitzende der Fachgruppe Vinzenz Matzneller begrüßte die Kolleginnen und Kollegen und freut sich, dass trotz der vielen Verpflichtungen an den Schulen so viele gekommen waren. Die Landesrätin Dr. Sabina Kasslatter Mur ließ sich entschuldigen. Auch der Schulamtsleiter Dr. Peter Höllrigl entschuldigt sich für seine Abwesenheit, er ließ jedoch alle Kolleginnen und Kollegen herzlich grüßen und wünscht einen guten Verlauf für die Tagung. Für den Schwerpunktvortrag zum Thema „Welchen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung leistet der Technikunterricht“ konnte Univ. Prof. Dr. Kuno Prey gewonnen werden.
Herr Prof. Prey stellte das Modell für das 3- jährige Studium an der Fakultät für Design an der Uni Bozen vor. Absolventen die das Studium abgeschlossen haben, sind von folgenden Merkmalen geprägt:
• Spezialisten und doch keine Spezialisten
• Querdenker
• Multikulturell
• Vernetzer
• Vermittler
• Übersetzer für Bedürfnisse
Das Studium ist praxisnah und projektorientiert, 3 Tage in der Woche arbeiten die Studenten in den Ateliers und 2 Tage wöchentlich besuchen sie Vorlesungen und Fachkurse.
Geeignete Bewerber für diese Fakultät bringen folgende Eigenschaften mit:
• sie sind neugierig
• zerlegen Dinge
• sind offen für alles
• hinterfragen Aufgabenstellungen
• sind experimentierfreudig
Das Studium schließt nach 3 Jahren mit dem Bachelor ab. Ein weiterführendes 2- jähriges Masterstudium ist für die allernächste Zukunft geplant. Designstudenten bringen gute Voraussetzungen für den Technik- und Kunstunterricht mit, da das Studium sehr praxisbezogen ist sowie auch viele Materialkenntnisse vermittelt. Prof. Prey unterstrich die Bedeutung des Technikunterrichts für die Jugendlichen. Die Auseinandersetzung mit Material und Werkzeug, das Verstehen und Begreifen von technischen Abläufen ist als Anwendung für die Naturgesetze von großer Bedeutung für die ganzheitliche Bildung. Auch bei der Orientierung nach der Pflichtmittelschule können die praktischen Erfahrungen sehr hilfreich sein. Nach einer kurzen Diskussionsrunde wurde das Angebot von Prof. Prey, die Ateliers an der Uni Bozen zu besichtigen, mit Begeisterung angenommen. Prof. Prey führte durch die Praxisräume und Ateliers, beantwortete Fragen der Techniklehrer/innen, so dass alle einen Einblick in diese Fakultät gewinnen konnten.
Die Vorsitzende des ASM Frau Dr. Maria Luise Muther richtete Grußworte an die Techniklehrer/innen und bedankt sich für die Einladung. Sie sprach über die ganzheitliche Bildung und die Bewertung nach Kompetenzen. Bewertung nach Kompetenzen verlangt ein fächerübergreifendes Denken und Teamarbeit zwischen den Lehrpersonen. Das ganzheitliche Arbeiten in den Schulen brauche wieder mehr Raum. Der Technikunterricht dürfe nicht noch mehr abgewertet werden.

Informationen des Vorsitzenden:
• Fachbücher und die Bücherliste dazu, lagen auf
• Die Haftpflichtversicherung für das unterrichtende Personal ist mit 31.März 2011 abgelaufen und wurde von der Landesverwaltung nicht mehr erneuert. Daher empfahl der Vorsitzende den Lehrkräften, selbst für die Haftpflicht zu sorgen. Die Versicherungspolizzen des ASM haben sich bewährt, man kann jederzeit durch die Überweisung der Jahresprämie an die Versicherungsgesellschaft einsteigen.
• Beim Bezirkstreffen des Schulverbundes Überetsch-Unterland wurde der Wunsch geäußert, eine Liste mit neuen Filmen und DVD´s zu erstellen und nach Möglichkeiten für deren Ankauf zu suchen. Das derzeitige Angebot sollte erneuert und erweitert werden.
• Für die Techniklehrer/innen werden Ende August 2011 zwei Lehrfahrten angeboten, eine ins Papiermuseum in Toscolamo Maderno am Gardasee und eine nach Winterthur zur Technorama.
• Fortbildungsangebote:
• Metall und Kunststoff in Kastelruth
• Grundkurs Elektronik in Brixen
• Bauen von elektromechanischen Funktionsmodellen
• Falls eine Schule Unterstützung beim Ankauf von Werkzeugen, Maschinen und Lehrmitteln benötigt, Herr Matzneller steht zur Verfügung.

Herr Gantioler von der Fa. Opitec richtete Grußworte an die Techniklehrer/innen und bedankte sich für das erwiesene Vertrauen.

Kollege Christof Dejaco stellte eine erprobte Unterrichtseinheit zum Thema Energie vor.

Am Nachmittag gab Dr. Stefan Tschigg vom deutschen Schulamt Informationen zum geplanten Praktikumsjahr für Techniklehrer/innen mit gültigem Studientitel.

Wie kann man in die Stammrolle kommen?
Am 10.09.2010 wurde das Dekret dazu veröffentlicht und am 05.02.2011 ist es in Kraft getreten.
Die zukünftige Lehrerausbildung sieht folgendermaßen aus:
• 3 Jahre Bachelor
• 2 Jahre Fachlaureat
• 1 Jahr Berufsbildungskurs
Lehrkräfte, die seit dem 15.02.2011 einen gültigen Studientitel für die Wettbewerbsklasse A 33 besitzen, haben die Möglichkeit, die Lehrbefähigung durch das Absolvieren des Berufsbildungsjahres zu erlangen. Ein Berufsbildungskurs wird voraussichtlich im Schuljahr 2011/2012 für mehrere Wettbewerbsklassen an der UNI in Brixen angeboten. Die UNI Brixen möchte die Ausbildung so gestalten, dass man sie berufsbegleitend absolvieren kann.
Von den Kandidaten sind 60 Studienkredite à 25 Stunden, das sind 1500 Stunden im Jahr zu absolvieren. 1/3 davon sind Vorlesungen und 2/3 Selbststudium. Das Studium besteht aus Vorlesungen über Fachdidaktik, einem Praktikum, der Abschlussarbeit und dem Endbericht.
Die Wettbewerbskandidaten werden über eine Aufnahmeprüfung ermittelt, die voraussichtlich im Juli stattfinden wird.
Diese besteht aus 3 Teilprüfungen:
• Ein Multiplichoisetest mit 60 Fragen, bei welchem mindestens 42 Antworten richtig beantwortet werden müssen, um zu bestehen.
• Eine schriftliche Prüfung
• Eine mündliche Prüfung
Anschließend wird eine Rangliste nach Punkten erstellt, die ersten 20 Bewerber bekommen einen Studienplatz.
Das Gelminidekret sieht weiter vor, dass nur jene Lehrer/innen die Lehrbefähigung erhalten, die englische Sprachkenntnisse Level B2 vorweisen können, nachgewiesene Informatikkenntnisse besitzen und eine Fortbildung für Integration absolviert haben.
Alternativ zu den englischen Sprachkenntnissen könnte vielleicht auch der Zweisprachigkeitsnachweis B gelten.
Die Kollegin Elfriede Hofer stellte eine erprobte Unterrichtseinheit für Taschen aus LKW-Planen vor.

Die Kollegin Karin Niederwolfsgruber stellte eine erprobte Unterrichtseinheit einer Schmuckschatulle mit integrierter Alarmanlage vor.

Dr. Alexander Plattner und Frau Ingrid Harder hielten ein kurzes Referat über Kompetenzen und Schulcurriculum. In Zukunft wird dem kompetenzorientierten Lernen mehr Gewicht eingeräumt werden, d. h. lernen durch Tun. Das Schulcurriculum wird von allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet und dann mehrheitlich gutgeheißen. Es garantiert Transparenz vor allem für Eltern und Schüler/innen. Curricula sollten nicht zu detailliert formuliert werden, damit die Lehrkräfte im Unterricht nicht eingeengt und neue Lehrer/innen in die Lage versetzt werden, sich daran zu halten.

Abschließend bedankte sich der Vorsitzende bei den Kolleginnen und Kollegen für die Teilnahme, für die Mitarbeit und wünschte allen einen erfolgreichen Abschluss für das laufende Schuljahr.

vm