VEREINHEITLICHUNG DES SCHULKALENDERS
Der ASM als LehrerInnenverband zeigt durchaus Verständnis
für eine Vereinheitlichung des Schulkalenders, allerdings müssen dabei
verschiedene Aspekte berücksichtigt werden:
• Die Vereinheitlichung sollte sich auf den Jahresschulkalender beziehen.
Die wöchentliche Verteilung der Unterrichtszeiten sollten den einzelnen
Schulen, die ja die didaktischen und örtlichen Bedürfnisse am besten
einschätzen können, überlassen werden. Es darf nicht zu einer
flächendeckenden Einführung der Fünftagewoche ohne Berücksichtigung
der jeweiligen Bedürfnisse, welche in Stadt und Land, von Schulstufe zu
Schulstufe sehr unterschiedlich sind, kommen. Es gibt Mittelschüler, aber
auch bereits Grundschüler aus den ländlichen Gegenden, die jeden Tag
um 6 Uhr aufstehen müssen und erst nach 17 Uhr wieder nach Hause kommen,
wenn sie am Nachmittag Unterricht haben. Das bedeutet eine große Belastung
für diese Kinder, wenn dies mehrmals in der Woche vorkommt. Außerdem
hört man immer wieder, dass gerade in der Oberstufe die 5-Tagewoche weder
von den Schülern noch von den Eltern gewünscht wird.
• In erster Linie müssen didaktische Belange im Vordergrund stehen.
Die Ansprüche, welche verschiedene Interessensgruppen (Eltern, HGV, …)
stellen, dürfen nur dann Berücksichtigung finden, wenn sie mit ersteren
in Einklang zu bringen sind.
Auch einer Diskussion zur „Streckung des Schuljahres“ stehen wir
unter bestimmten Bedingungen aufgeschlossen gegenüber. Es gilt zu berücksichtigen,
dass über eine Umschichtung und nicht eine Aufstockung der Unterrichtzeit
nachgedacht
wird. In keinem Fall darf diese zu einer zusätzlichen Arbeitszeit für
Lehrpersonen führen. Hier muss endlich die Studie zur Arbeitsbelastung
der Lehrpersonen ernsthaft in die Überlegungen Eingang finden. Die Belastungen
verschiedenster Art (Umsetzung von Reformen, bürokratischer Aufwand zur
Bewertung, „neue“ Aufgabenbereiche für die Schule, längere
Lebensarbeitszeit u.A.m.) haben seit der Studie sowieso schon kontinuierlich
zugenommen.
• Es müssen klare Szenarien z.B. für die Abschlussprüfungen
ausgearbeitet und den Betroffenen sowie den Interessensverbänden zur Begutachtung
vorgelegt werden. Doppelbelastungen durch die Mitgliedschaft in einer Prüfungskommission
und Unterricht (in Mittelschulen), man denke nur an die knapp bemessene Korrekturzeit
für schriftliche Prüfungsarbeiten, ist unzumutbar und einem positiven
Prüfungsklima abträglich. Die Aufholprüfungen in der Oberschule
dürfen nicht zu Lasten der Fortbildung in den August hinein verlegt werden.
• In den Oberschulen dauern die Maturaprüfungen ja öfters bis
weit in den Juli hinein und schränken die effektive Ferienzeit ein. Ein
längerer „Urlaubsblock“ ist aber für Lehrpersonen zur
psychophysischen Regeneration und zum Wohle der Schüler unbedingt notwendig.
• Auch sollte bedacht werden, ob eine Standardisierung wirklich erforderlich
ist. Besonders in der Oberstufe sollte derzeit das Augenmerk vor allem auf die
Umsetzung der Reform (curriculare Planung, bessere Koordinierung/Vernetzung
der Fächer, fächerübergreifender Unterricht, …) gelegt
werden.
mlm