IM ZEICHEN DER REFORM
Die Oberschule auf der Delegiertenversammlung des ASM
Am 21. März 2011 trafen sich die
Delegierten des ASM im Kolpinghaus in Bozen um ihre jährliche Versammlung
abzuhalten. Beherrschendes Thema war die Oberstufenreform und ihre Auswirkungen
auf die Situation der einzelnen Schulen, aber auch auf den Lehrerverband.
Maria Luise Muther stellte als Vorsitzende des ASM gleich zu Beginn ihres Rückblickes
fest, dass der Lehrerverband trotz personeller Neubesetzungen seine Richtung
beibehalten habe und seine Hauptaufgabe weiterhin darin sehe, Ansprechpartner
für Lehrkräfte zu sein und sich für die Belange dieser Berufsgruppe
einzusetzen. Mit den Delegierten freute sie sich über gestiegene Mitgliederzahlen.
Im Besonderen waren es folgende Schwerpunkte, die der ASM im abgelaufenen Jahr
in den Vordergrund stellte:
• Neuverteilung der Aufgabenbereiche innerhalb des Verbandes
• Diskussion um die Oberstufenreform
• Kontakte mit Fortbildungspartnern außerhalb Südtirols, insbesondere
mit der Pädagogischen Hochschule Burgenland
• Kontakte mit der Fakultät für Bildungswissenschaft Brixen
• Diskussion um zukünftige Lehrer(innen)-ausbildung
• Schülerprojekt der Kerngruppe für Kunsterziehung
Die ASM - Seminare deckten auch im vergangenen Jahr die Bereiche, Kommunikation
und Sprechschulung, Persönlichkeitsbildung, die Zusammenarbeit mit Museen
und Theatern sowie Fortbildungen vor Ort ab. Die Bilanz - so Maria Luise Muther
- ist sehr positiv, alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Dem ASM ist
und bleibt es ein wichtiges Anliegen, die Fortbildungsveranstaltungen im Sommer
auf die letzten Augustwochen zu beschränken um zu vermeiden, dass Ferien
und Fortbildung irgendwann gleichgesetzt werden. Fortbildung ist Arbeit: Diese
Botschaft bleibt dem ASM weiterhin ein großes Anliegen.
Als eine Feuerprobe für den neuen Vorstand bezeichnete die Vorsitzende
die Großtagung 2010. Die Entscheidung, die Veranstaltung an zwei Orten
– nämlich in Bozen und Brixen stattfinden zu lassen, war richtig
und wird im nächsten Jahr beibehalten. 2000 Lehrer/innen - so viele wie
noch nie - verfolgten zum Auftakt des neuen Schuljahres das Referat über
Werte von Peter Frey.
Der Vorstand des ASM war weiterhin bemüht, die Mitglieder laufend über
die Neuerungen im Schulbereich sowie über die Ereignisse im Lehrerverband
zu informieren; dies geschah in erster Linie über das Mitteilungsblatt,
über e-mails, über die Homepage und schließlich auch über
„forum schule heute“.
Das zentrale Anliegen bei den Aussprachen mit Schulamtsleiter, Landesräten
Gewerkschaften und Direktorenverbänden betraf die Oberstufenreform. Der
ASM hat versucht, den Anregungen und Bedenken der Lehrerschaft Ausdruck zu verleihen
und betonte in seinen Aussendungen immer wieder, dass nur einer gemeinsam getragenen
Reform dauerhafter Erfolg beschieden sein könne. Ausgehend von den Entwicklungen
im übrigen Staatsgebiet, wo die „riforma gelmini“ immer größere
Anfangsklassen in den Oberschulen und die massenhafte Freisetzung von Supplenten
zur Folge hatte, kamen auch im ASM Bedenken auf: Man war immer mehr davon überzeugt,
dass die Reform aus Spargründen durchgezogen werde und sah in ihr immer
weniger eine Anpassung der Oberschule an die geänderten Erfordernisse des
beginnenden 21.Jh.. Sehr diskutiert wurde die eingeführte Dreiteiligkeit
der Oberstufe, sodass man in Südtirol - anders als im übrigen Italien
- von einer Oberstufen- und nicht Oberschulreform sprach. Für viel Diskussionsstoff
sorgten auch die Neudefinierung der Lehrstühle, der mit der Reform zusammenhängende
Schulverteilungsplan und neue z.T. reduzierte Stundentafeln. Die von der Landesregierung
verabschiedeten Rahmenrichtlinien, die zur normalen Beurteilung auch die Bewertung
von Kompetenzen, Kenntnissen und Fertigkeiten der Schüler/innen verlangt,
waren ebenfalls Themen der zahlreichen Sitzungen. Die Neuordnung der Oberstufe
– so die Vorsitzende – bringe auch eine Verlagerung von Schüler/innen
und somit auch Lehrer/innen in die Berufsschule mit sich. Der ASM hofft, dass
diese Lehrkräfte dem Verband als Mitglieder erhalten bleiben.
„Das Berufsbild der Südtiroler Lehrer/innen im Vergleich zu den entsprechenden
Berufsbildern in Bayern, der Schweiz und Österreich“ stellte 2010
eine interessante Fortbildungsreihe zum Thema Berufsbild dar und sollte Impulse
für die Weiterarbeit am Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrer geben. Martina
Adami stellte das Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrer Südtirols am 31.Mai
2010 in Zürich auf dem Trinationalen Treffen vor. Organisiert vom Dachverband
Schweizer Lehrerinnen und Lehrer, dem bundesdeutschen Verband „Bildung
und Erziehung“ und der österreichischen Gewerkschaft „Öffentlicher
Dienst“, setzt sich diese Veranstaltung zum Ziel, gemeinsame Absprachen
zu treffen und Aktionen zu planen. Man verabschiedete die Züricher Erklärung,
die die Politik aufforderte, einerseits die Attraktivität des Lehrerberufes
zu erhöhen, - in allen drei Ländern ist nämlich ein beträchtlicher
Lehrermangel absehbar - andererseits aber auch eine entsprechende fachliche
und pädagogische Qualifizierung zu gewährleisten.
Neben dem ASM-Vorstand, der sich 2010 insgesamt acht Mal getroffen hat, waren
im ASM 2 Arbeitsgruppen und 4 Interessensgruppen sehr aktiv:
AG: Fortbildung sowie Fahrten und Reisen
IG: Musik, Technik, Bewegung und Sport sowie Kunst.
Die Bildungsreisen führten vergangenes Jahr nach Istanbul, zur Leipziger
Buchmesse, nach Spanien, an die Ostsee, in die USA, nach Kanada und Kuba, ins
Baltikum, in die südliche Toskana und zur Interpädagogica nach Linz.
Auf den Tagesfahrten, die sehr beliebt waren, hatten die Teilnehmer/innen Gelegenheit,
Ausstellungen in Conegliano, Treviso, Ferrara, Mailand, Brescia und Bologna
zu besuchen.
Der ASM hat sich wiederum um eine Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung
zu günstigen Konditionen bemüht.