Nachgedacht
Jetzt im Spätherbst bzw. zu Winterbeginn sinken die Temperaturen,
daran sind wir gewöhnt, obwohl es für die Natur dieses Jahr angesichts
der schönen sonnigen Tage nicht ganz zutreffen mag. Man richtet sich auf
kalte Tage ein. Mit dem allgemeinen Sparzwang haben sich kühlere (härtere)
Zeiten auch unabhängig vom Wetter in unser Leben gedrängt: Gehaltsstopp,
höhere Mehrwertsteuer, längere Lebensarbeitszeit … Viel ist
wohl noch notwendig, wollen wir die zukünftigen Generationen nicht aller
Perspektiven berauben. Schön wäre allerdings, wenn sich auch die Wohlhabenden
an der Sanierung der Staatsfinanzen beteiligen würden. Bedauerlich, dass
die Sparmaßnahmen auch noch zu einem Verdrängungskampf führen.
Die Lehrerverbände Südtirols haben sich seit ihrer Gründung stets
für die Lehrerfortbildung stark gemacht und in diesem Bereich viel bewegt.
Die Fortbildung ist also eine der tragenden Säulen der Verbandsarbeit.
Nun wird an dieser Säule gesägt und in der Landesfortbildungskommission
weht uns ein rauer Wind entgegen. Die Broschüre sei zu dick, es müsse
gestrichen werden. Warum aber nur in den Bereichen, welche von den Verbänden
abgedeckt werden? Die Lehrerverbände haben ihr Ohr an der Basis und bemühen
sich, deren Anliegen und Anregungen für den Bereich Fortbildung aufzugreifen
und ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Angebot auszuarbeiten.
Dass dieses immer wieder zur Diskussion steht und merkliche Tendenzen zu einer
Zentralisierung und Institutionalisierung der Fortbildung spürbar sind,
gibt mir zu denken: Die (meisten) Lehrpersonen der Mittel- und Oberschule, auch
viele der Berufsschule haben ein abgeschlossenes Hochschulstudium hinter sich.
Es ist also davon auszugehen, dass sie imstande sind zu entscheiden, welche
Fortbildungskurse für sie in Bezug auf ihren Beruf Sinn machen. Soviel
Vertrauen in ihre Selbsteinschätzung und ihre Professionalität muss
vorhanden sein. Wie sonst sollen sie Jugendliche auf ihrem Weg zu eigenständig
denkenden und kritischen Menschen begleiten?
Natürlich können Schulen das Bedürfnis haben, Schwerpunkte in
bestimmten Bereichen der Fortbildung zu setzen. Das kann aber nicht zentral
gesteuert werden, sondern muss vor Ort „auf Augenhöhe“ (um
mit den Worten von Direktor F. Tutzer zu sprechen) besprochen werden. Die Wahlfreiheit
aus dem reichhaltigen Fortbildungsangebot darf nicht durch Zentralisierung beschränkt
werden, wohl aber kann sie durch objektive Bedürfnisse der einzelnen Schulen
vor Ort gelenkt werden.
mlm