IM GEDENKEN AN PROF. PETER HÖLZL

Am 25.10.2010 ist Prof. Peter Hölzl im Alter von 90 Jahren in Meran gestorben. Über Jahrzehnte war er die prägende Gestalt der Musikerzieher in Südtirol. Sein Einsatz umfasste nicht nur seine Lehrtätigkeit am Konservatorium „Claudio Monteverdi“ in Bozen und an der LBA in Meran, sondern auch die Fortbildung der Musikerzieher, die Ausarbeitung von Lehrtexten für den Musikunterricht an den Pflichtschulen, die Mitarbeit an verschiedenen Kommissionen im Schulbereich, beim Südtiroler Sängerbund und bei Arbeitsgruppen der Kirchenmusik. Da-neben fand er noch die Zeit, zu komponieren (so den Sonnengesang des Hl. Franziskus BS 12365 u.a.m.) und Kirchenchöre in Meran und Umgebung zu leiten.

Die Ausbildung erfuhr Prof. Hölzl an der Wiener Musikakademie und an der Musikhoch-schule in Stuttgart, dort bei Prof. Johann Nepomuk David, der als einer der gesuchtesten Kompositionslehrer galt. Ihn hat er zeit seines Lebens verehrt und versucht, seinen hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Über dessen Lehrtätigkeit hat er ein Buch verfasst, das 1992 erschienen ist.
Mit großem Engagement setzte sich Prof. Hölzl für die Fortbildung der Musikerzieher ein. Anlässlich der Fortbildungswoche vom 13.-19.06. 1971 wurde im Rahmen des ASM die „Arbeitsgemeinschaft der Musikerzieher“ gegründet. Von 1971 bis 1985 war er ihr Vorsitzen-der. Er nahm regelmäßig an den Sitzungen des ASM Ausschusses teil. Jahr für Jahr organisierte die Arbeitsgemeinschaft Fortbildungskurse für Musikerzieher, die Prof. Hölzl leitete und mitgestaltete. Themen waren: Didaktik des Musikunterrichts, Formenlehre, Stimmbildung, Hör- und Sprecherziehung, Lebensbilder großer Komponisten u.a.m..
Bereits 1971 machte sich Prof. Hölzl Gedanken, wie ein geeigneter Lehrtext für den Musikunterricht in der Mittelschule aussehen könnte. Er wurde vom ASM – Ausschuss beauftragt, mit anderen ein Schulbuch für das Fach Musikerziehung auszuarbeiten. Bereits 1975 stellte er das Buch „Praktische Musiklehre mit Themen aus Meisterwerken“ den Musikerziehern vor. Diesen Text erweiterte er in den folgenden Jahren. 1980 erschien das anspruchsvolle Buch bei Athesia mit dem Titel: „Musik macht Freude. Ein Übungs- und Informationsbuch für die Mittelschule“. Paul Thuile hatte Jugendliche mit verschiedenen Musikinstrumenten fotografiert und in den Text eingefügt. Auch für die Grundschule hat Prof. Hölzl zwei Lehrtexte verfasst.
Mit Erfolg setzte er sich dafür ein, die Stundenzahl für das Fach Musik in der Mittelschule anzuheben. Er betonte, dass in der zunehmenden technisierten Welt den musischen Fächern für die harmonische Entwicklung des Menschen eine wachsende Bedeutung zufiele. Zudem unterstrich er, dass bei nur einer Wochenstunde die Kontinuität fehle, die Musikerzieher bis zu 400 Schüler betreuen müssten und eine gerechte Benotung nicht mehr möglich sei. Es gelang, die Südtiroler Landesregierung dafür zu gewinnen, bei neuen Schulen einen Spezial-raum für das Fach Musik vorzusehen und diesen mit Musikinstrumenten (Orff) auszustatten.
Anlässlich der Vollversammlung des ASM am 28. Jänner 1977 umrahmte der Chor der LBA Meran unter seiner Leitung die Ehrung von verdienten Professoren, die in Pension gegangen waren, unter anderen Landesrat Dr. Anton Zelger.

Prof. Peter Hölzl hat für seine Leistungen mehrere Auszeichnungen erhalten, vor allem für seine musikerzieherische Tätigkeit in Südtirol den „Walter von der Vogelweide Preis“ im Jahre 1983. Wohl alle, die mit ihm zusammengearbeitet haben, gedenken seiner mit Hochachtung.
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